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Jenseits der Donnerkuppel: Die Sängerin und Ausdruckstänzerin Ruslana aus der Ukraine gewinnt mit dem Ethno-Pop-Song "Wild Dances" den diesjährigen Songcontest.

Foto: APA
Istanbul - Die schwedische Sängerin Lena Philipsson brachte die Eindrücke des 49. Eurovision Song Contests mit ihrem den Abend abschließenden Song auf den Punkt: It Hurts . Eine Einsicht, zu der wohl auch die Interpreten des österreichischen Beitrags gekommen sind. Das Trio Tie Break, das sich aus Gescheiterten der Starmania-Castingshow zusammensetzt, belegte den vierten Rang. Von hinten gelesen. Sie wurden 21. von 24 gegen einander ansingenden Bewerbern.

Damit straften sie immerhin jene Buchmacher Lügen, die Tie Break vorab auf dem letzten Platz landen sahen. Und zwar mit der Ballade Du Bist. Ein Stück, mit dem sich die Boygroup im März dieses Jahres der heimischen Vorausscheidung stellte - und gewann.

Dass mit dem Publikumszuspruch für dieses Lied sämtliche Trends der letzten Jahre negiert wurden, sollte sich nun rächen. Gewonnen hat der ukrainische Beitrag von Ruslana, die mit dem Stück Wild Dances am meisten Stimmen bekam.

Wild Dances entsprach in seiner Machart den Erfolgsmodellen der letzten Jahre: Aufgeblasener Pop von der Stange, der mittels Einstreuung folkloristischer Elemente so etwas wie Identifizierungspotenzial erarbeiten und "Authentizität" vermitteln sollte. Etwas, das auch dem Zweitplatzierten gelang. Zeljko Joksimovic fuhr Flöte und Violine auf und platzierte sich und damit Serbien-Montenegro mit dem Song Lane Moje nur knapp hinter der Ukraine.

Griechenland vertraute im Jahr der großen Olympiade auf die Überzeugung physischer Kraft und konnte mit dem turnerischen Auftritt von Sakis Rouvas, der zudem seinem Hang zur Entkleidung etwas nachgab, Platz drei belegen. Mit dem Song Shake It!

Höflicher Applaus

Über hundert Millionen Fernsehzuschauer waren mittels Telefon und SMS wahlberechtigt. Tie Break erhielten lediglich von Frankreich und Griechenland ihre insgesamt neun Punkte. Ihr ungelenker Auftritt mit dem einzigen deutschsprachigen Lied des Bewerbs wurde mit einem Applaus bedacht, der gerade noch einer höflichen Erziehung entsprach.

Den 50. Songcontest wird - dem Modus der Veranstaltung entsprechend - im nächsten Jahr das Siegerland Ukraine veranstalten. (flu/DER STANDARD, Printausgabe, 17.5.2004)