Warschau - Der Vorsitzende der polnischen Regierungspartei "Bündnis der Demokratischen Linken" (SLD) hat den Vorschlag nach vorgezogenen Wahlen im November zurückgewiesen. Für seine Partei sei dies nicht akzeptabel, sagte Krzysztof Janik am Montag im polnischen Rundfunk. Marek Borowski, der Vorsitzende der von der SLD abgespaltenen "Sozialdemokratie Polens", hatte am Sonntag angeregt, die im polnischen Parlament vertretenen Parteien sollten sich zu einer Selbstauflösung des Parlaments und vorgezogenen Wahlen im November verpflichten. Unter dieser Bedingung würde seine Partei die Regierung von Marek Belka unterstützen, der in der Nacht zum Samstag nach einem verlorenen Vertrauensvotum zurückgetreten war. "Ehrenwert, aber unrealistisch" Auch mehrere der polnischen Oppositionsparteien hatten Borowskis Vorschlag als "ehrenwert, aber unrealistisch" zurückgewiesen. Da keine Partei im Parlament über die Mehrheit verfügt und die Opposition untereinander zerstritten ist, ist eine Pattsituation entstanden. Die Parlamentsparteien sollen am kommenden Montag über einen Kandidaten für das Amt des Regierungschefs abstimmen. Es gilt jedoch als unwahrscheinlich, dass ein Kandidat die erforderlich absolute Mehrheit erhält. Belka führt bis zur Wahl eines neuen Ministerpräsidenten die Amtsgeschäfte weiter. Staatspräsident Aleksander Kwasniewski hat bereits deutlich gemacht, dass Belka weiterhin sein Wunschkandidat ist. (APA/dpa)