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Der Schiite Ezzedin Salim war Schriftsteller, Philosoph und Herausgeber mehrerer Zeitungen und Magazine.

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Bei dem Anschlag wurden nach ersten Informationen mindestens acht Personen getötet.

Foto: APA/epa
Bagdad - Der turnusmäßige Leiter des von den USA eingesetzten provisorischen Regierungsrats im Irak, Ezzedin Salim (auch unter dem Namen Abdul Zahra Othman Mohammad bekannt) , ist am Montag bei einem Autobombenanschlag in Bagdad ums Leben gekommen. Bei dem Anschlag wurden nach ersten Informationen mindestens acht Personen getötet.

Vize-Außenminister Hamed al Bayati sagte, Salim, ein Politiker der schiitischen Dawa-Partei, habe am Eingang zum Gelände des Hauptquartiers der US-geführten Besatzungstruppen gewartet, als die Autobombe detoniert sei. Zuvor hatten Augenzeugen von der Explosion einer Autobombe nahe eines US-Stützpunktes im Westen der irakischen Hauptstadt berichtet. Einige Autos stünden in Flammen, eine schwarze Rauchsäule sei zu sehen, hieß es. US-Soldaten hätten das Gebiet abgeriegelt.

Anschläge auf Mitglieder des irakischen Regierungsrats

Salim stammte aus der südirakischen Metropole Basra und war Leiter der schiitischen Islamischen Dawa-Partei. Er war Schriftsteller, Philosoph und Herausgeber mehrerer Zeitungen und Magazine. Die Bombe zerstörte drei Fahrzeuge.

Es war das zweite Mal, dass bei einem Anschlag im Irak ein Mitglied des Regierungsrates getötet wurde. Akila al Hashimi, eine von drei Frauen in dem Gremium, wurde am 20. September 2003 so schwer verwundet, dass sie fünf Tage später starb.

Bisher unbekannte Gruppe bekennt sich

Eine bisher unbekannte Gruppe mit dem Namen "Arabische Widerstandsbewegung" hat sich am Montag zu dem Attentat auf Salim bekannt. Auf einer Webseite erschien eine Notiz, dass zwei ihrer Kämpfer die Operation ausgeführt hätten, die zum Tod des "Verräters und Söldners Ezzedin Salim" geführt habe. Die Notiz erschien auf einer Webseite, die sich irakischen Themen widmet.

US-Militärsprecher: Salim lehnte Schutz ab

Ezzedin Salim hat Schutz durch die US-geführten Koalitionstruppen abgelehnt. Der schiitische Politiker habe stattdessen Verwandte gebeten, für seine Sicherheit zu sorgen, sagte ein Sprecher der Koalitionstruppen am Montag in Bagdad. Die Cousins und Neffen des Ermordeten seien jedoch zumindest nicht von US-Militärs im Personenschutz ausgebildet worden.

Die Koalitionstruppen hätten den 25 Mitgliedern des von den USA eingesetzten Übergangsregierungsrats seit dessen Einsetzung vor zehn Monaten umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen, darunter die Ausbildung von Leibwächtern, angeboten. Einige Ratsmitglieder, darunter Salim, hätten das Angebot jedoch abgelehnt.

(APA/dpa)