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Fotos: APA/Montage: derstandard.at
Wien - Wegen der seit Wochen steigenden Rohölpreise hebt nun auch die börsenotierte Austrian Airlines-Gruppe einen Treibstoffzuschlag ein. Für alle Flüge, die ab Montag kommender Woche (24. Mai) gebucht werden, wird mit den Ticketgebühren ein Zuschlag von sechs Euro je Linienflugstrecke eingehoben. Für einen Hin- und Rückflug fallen damit zwölf Euro zusätzlich an, teilte die AUA am Dienstag mit.

In den vergangenen Tagen hatten bereits andere Fluggesellschaften die Einführung von Kerosinzuschlägen angekündigt, darunter American Airlines, British Airways, Air France oder KLM. Die Zuschläge würden wieder zurückgenommen, wenn der Ölpreis nachhaltig und stabil wieder unter 300 Dollar je Tonne Kerosin sinken würde, erklärte ein AUA-Sprecher.

"Preissteigerung ohne Zuschlag nicht mehr aufzufangen"

Die Austrian Airlines-Gruppe mit den Gesellschaften Austrian (AUA), Lauda Air und Austrian arrows (Tyrolean Airways) hat zwar 35 Prozent ihres Jahresbedarfs an Flugzeugtreibstoff im Preisband bis 300 US-Dollar je Tonne über "Hedging"-Maßnahmen preislich abgesichert. Dennoch sei "die enorme Preissteigerung ohne Tarifzuschlag nun nicht mehr aufzufangen", begründet die Airline heute die Einführung des Zuschlags. Trotz der intensiven Konkurrenzsituation sei es weder möglich, "die hohen Treibstoffkosten in den gegenständlichen Flugpreisen zu absorbieren noch kaufmännisch vertretbar, unter den Gestehungskosten zu verkaufen".

Seit Jahresbeginn sind die Rohölpreise deutlich angestiegen. Im selben Ausmaß haben sich Einkaufspreise für Flugzeugtreibstoff verteuert. Derzeit betragen die Kosten für eine Tonne Kerosin 390 Dollar. Im Vorjahr 2003 beliefen sich die Aufwändungen der AUA-Gruppe für Kerosin auf 215 Mio. Euro, das sind 10,2 Prozent der Gesamtkosten. Ohne Gegenmaßnahmen würden - auf dem jetzigen Preisniveau - heuer Zusatzkosten von rund 60 Mio. Euro durch die hohen Kerosinpreise anfallen, sagte AUA-Sprecher Johannes Davoras auf APA-Anfrage.

Nach Streckenlänge gestaffelt

Für Charterflüge mit Abflug ab 19. Juli wird ein nach Streckenlänge gestaffelter Zuschlag eingehoben. Dieser müsse noch mit den Reiseveranstaltern koordiniert werden und soll sich an den Aufschlägen der Linie orientieren. Im Luftfrachtbereich wird der Treibstoffzuschlag pro Kilogramm beförderte Fracht von 15 auf 20 Cent angehoben. (APA)