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Wien - Freiheitliche Kernwähler mobilisieren will der freiheitliche EU-Kandidat Andreas Mölzer mit seinem Vorzugsstimmen-Wahlkampf. "Ich werbe nicht um Wechselwähler. Ich werbe um den freiheitlichen Hardcore-Wähler, um die Tiefwurzler, um die Überzeugungstäter." Führen will er seinen Wahlkampf in erster Linie bei Veranstaltungen des "dritten", des nationalen Lagers, sagte er am Dienstag im Gespräch mit der APA. Hilfreich sein werde sicher auch die von ihm herausgegebene Zeitschrift "Zur Zeit". Dass er allenfalls den FPÖ-Spitzenkandidaten Hans Kronberger aus dem EU-Parlament verdrängen könnte, nimmt Mölzer in Kauf.

"Kampfmandat heißt, dass man darum kämpft. Wenn das Wahlziel ein Mandat ist, würde ich um das eine kämpfen", sagte er. Das von Kronberger genannte Wahlziel, das Ergebnis der Nationalratswahl 2002 um zumindest eine Stimme zu übertreffen, werde vermutlich nur für ein Mandat reichen, erläuterte er.

Hürde von sieben Prozent der freiheitlichen Wähler schwer zu erklimmen

Um über die Vorzugsstimmen an die Spitze der freiheitlichen Liste zu springen, muss Mölzer die Unterstützung von mindestens sieben Prozent der freiheitlichen Wähler bekommen. Wie viel das in absoluten Zahlen ist, hängt von der Wahlbeteiligung und dem freiheitlichen Ergebnis ab. Bei einer Wahlbeteiligung von 40 Prozent und einem FPÖ-Anteil von zehn Prozent - das würde etwa 200.000 Wählern entsprechen - wären rund 14.000 Vorzugsstimmen nötig. Zum Vergleich: 1999 hatte die freiheitliche Spitzenkandidatin Daniela Raschhofer mehr als 23.000 Vorzugsstimmen erhalten. Allerdings hatte die FPÖ damals insgesamt mehr als 650.000 Stimmen bekommen.

Sein Ziel sei aber nicht das Verdrängen Kronbergers, über den er nur das beste sagen könne, betonte Mölzer. "Ich kämpfe um das Gesamtgelingen, damit wir in die Richtung eines Ergebnisses mit drei Mandaten kommen." Kronberger spreche eher ein ökologisches Publikum an, die Nummer zwei der Liste, der frühere Kärntner SP-Landesparteisekretär Franz Großmann, fische im Bereich der SPÖ nach Wählern.

Unterstützt wird Mölzer von einem Personenkomitee, einem "Kreis sehr honoriger Persönlichkeiten", und von freiheitlichen, national-liberalen Verbänden. Finanziert werden sollen die Aktivitäten über ein "minimales Spendenbudget". Mölzer ortet aber Unterstützung "durchaus auch in der Parteispitze selbst". Diese sei derzeit sehr breit, fügte er hinzu, konkreter werden wolle er diesbezüglich aber nicht.

Personenkomittee für Mölzer

Die Liste des Personenkomitees "Andreas Mölzer - ein österreichischer Patriot für Europa" umfasst - nach eigenen Angaben - vor allem Namen von Persönlichkeiten "aus dem national-liberalen Lager sowie dem rechtskonservativen und katholischen Bereich". Die prominentesten Mölzer-Unterstützer sind Volksanwalt Ewald Stadler, die Bundesräte John Gudenus und Paul Tremmel sowie der Theologieprofessor Robert Prantner.

Für den Vorzugswahlkampf werben weiters die ehemaligen FPÖ-Abgeordneten Otto Scrinzi und Harald Fischl (Präsident des "Club Jörg), RFJ-Obmann Johannes Gudenus, der Obmann des Kärntner Heimatdienstes Josef Feldner, der frühere Grazer Bürgermeister Alexander Götz und der Bundesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaften Gerhard Zeihsel. (APA)