Paris - Air France sieht sich trotz des kräftigen Anstiegs der Flugbenzinpreise und der Nahostkrisen im Steigflug. Im anlaufenden ersten Jahr nach dem Zusammenschluss mit der niederländischen KLM zur umsatzgrößten Fluggesellschaft der Welt sollen Synergieerträge den Betriebsgewinn um 65 bis 75 Mio. Euro steigern, teilte die französische Fluggesellschaft am Dienstag mit. Außerdem werde das von Air France gewobene weltweite Luftfahrtbündnis SkyTeam in Kürze um die russische Aeroflot verstärkt.

EasyJet klagt gegen Fusion

Allerdings droht Ärger von der Billigflug-Konkurrenz. EasyJet will versuchen, die Fusion von Air France und KLM juristisch noch zu kippen. Am Dienstag reichte EasyJet in Luxemburg eine Klage gegen die Billigung der Fusion durch die Europäische Kommission ein. Die Fusion der beiden Fluggesellschaften enge den Spielraum der Kunden ein und drohe weitere nach sich zu ziehen, erklärte EasyJet am Dienstag. "Unglücklicherweise hat die Europäische Kommission die Lage falsch eingeschätzt", monierte die britische Billigfluggesellschaft. Die Fusion stärke die Marktmacht von Air France.

Continental und Northwest ante portas

Schon am Montag werde Aeroflot den Beitritt zum SkyTeam um Air France, Delta Air Lines und Alitalia klarmachen, kündigte indes Konzernchef Jean-Cyril Spinetta in Paris an. Außerdem sollen die US-Gesellschaften Continental und Northwest dazu stoßen.

Im Geschäftsjahr 2003/04 (31. März) hatten die Folgen des Irakkrieges, die Seuchen in Asien und Arbeitskämpfe Air France belastet. Der operative Gewinn vor Sondereinflüssen fiel um 18,5 Prozent auf 132 Mio. Euro. Der Überschuss sank von 120 Mio. auf 93 Mio. Euro, übertraf damit aber dank hoher Kostensenkungen die Prognosen der meisten Marktexperten. Der Umsatz stagnierte bei 12,3 Mrd. Euro. Die Börse honorierte die Anstrengungen: Der Aktienkurs stieg am Dienstag zwischenzeitlich um 0,9 Prozent auf 12,62 Euro und liegt damit 12 Prozent höher als vor einem Jahr.

Weitere Einsparungen

Im laufenden Jahr will Air France 200 Mio. Euro einsparen. Im kommenden Jahr sollen es 400 Mio. und danach 600 Mio. Euro sein. KLM habe mit seiner Umstrukturierung bereits bis Ende März 200 Mio. Euro eingespart, hieß es. Sorge bereitet der Höhenflug der Ölpreise auf rund 40 Dollar.

Treibstoffzuschlag von drei Euro

Weil das Flugbenzin sich damit stark verteuert hat, erhebt Air France von diesem Mittwoch an auf alle Flugscheine einen Aufschlag von 3 Euro. Der Aufschlag soll erst wieder wegfallen, wenn der Preis für ein Fass Brent-Öl 30 Tage hintereinander wieder unter 30 Dollar liegt. Für das laufende Jahr kalkulierte Air France mit einem Ölpreis von 33 Dollar und einem Euro-Kurs von 1,23 Dollar. (APA/dpa)