Wien - Die Autobahnfinanzierungsgesellschaft Asfinag bilanzierte 2003 Schulden in der Höhe von rund 8,33 Mrd. Euro, was zum Vorjahr einem Anstieg um 828 Mio. Euro entspricht. Das Vorsteuerergebnis (EGT) stürzte von minus 17 auf minus 132 Mio. Euro ab, gab das zu 100 Prozent im Staatsbesitz befindliche Unternehmen am Mittwoch bekannt. Das Eigenkapital schrumpfte von 379 Mio. auf 247 Mio. Euro. Die Erlöse stiegen von 1,1 auf 1,24 Mrd. Euro, doch ist der Aufwand dynamischer, nämlich von 798 Mio. auf 1,01 Mrd. Euro, gewachsen.

Maut- und Vignettenerlöse sollen kräftig steigen

Wie die Asfinag auf ihrer Bilanzpressekonferenz heute weiters mitteilte, soll das hochrangige Straßennetz (Autobahnen und Schnellstraßen) im Zeitraum 2001 bis Ende 2004 von 1.976 auf 2.081 Kilometer ausgeweitet sein. In derselben Zeitspanne sollen die Maut- und Vignettenerlöse von 560 Mio. auf 1,13 Mrd. Euro klettern. Von 2002 auf 2003 sind die Investitionen für die Asfinag-Bauprogramme samt Erhaltungsaufwand von 690 Mio. auf 900 Mio. Euro angestiegen, heuer sollen sie nochmals um 220 Mio. Euro auf 1,12 Mrd. Euro zulegen. Die wichtigsten Bauvorhaben des vergangenen Jahres waren laut Asfinag die Eröffnung der Welser Westspange und die "Tunnelkette Klaus". Heuer soll das Lückenschlussprogramm abgeschlossen werden und eine Telematikoffensive starten.

Die Mauteinnahmen sollen heuer dank der seit 1. Jänner 2004 geltenden netzabdeckenden Lkw-Maut von 257 Mio. im vergangenen Jahr auf 829 Mio. Euro ansteigen. Bei den Vignetten ist ein leichter Erlösrückgang von 314 Mio. auf 297 Mio. Euro budgetiert. Im vergangenen Jahr hatte die Asfinag eine Erhöhung des Vignettenpreises beantragt, die von Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach (F) abgelehnt wurde.

Herbe Kritik an Management

Mitte April 2004 hatte eine Analyse des Beratungsunternehmens Contrast für Aufregung bei der Asfinag gesorgt. Demnach mangle es am Controlling, und eine fundierte strategische Ausrichtung fehle. Außerdem werde ein funktionierendes Berichtswesen vermisst und das Management habe keinen Überblick über den Gesamtkonzern. Bis 2006 sollte die Asfinag ein kundenorientiertes Dienstleistungsunternehmen werden, klare Organisations- und Entscheidungsstrukturen haben und kapitalmarktfähig sein, so die Berater. Asfinag-Chef Walter Hecke erklärte damals, dass sich die Asfinag vom einem Straßenfinanzierungs- in ein Dienstleistungsunternehmen wandle, was es notwendig mache, "die Unternehmensstrukturen an die neuen Herausforderungen anzupassen". (APA)