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Teil des ehemaligen KZ Mauthausen

Foto: apa/rubra
Wien - "Jugendliche schreiben gegen das Vergessen" lautet der Titel eines Buches, das am Mittwoch im Parlament präsentiert wurde. Es enthält 150 Beiträge von Schülern aus 25 Hauptschulen und Gymnasien in ganz Österreich. Sie schildern darin ihre Eindrücke und Gefühle vor und nach dem Besuch des Konzentrationslagers Mauthausen. Entstanden ist das Projekt in Zusammenarbeit des Mauthausen Komitee Österreich mit engagierten Lehrern und Schülern. Die besten Beiträge wurden von einer unabhängigen Jury bestehend aus Vertretern von Politik, Gewerkschaft, Kirche und Wissenschaft ausgewählt. Ziel des Projekts ist es, durch das von jungen Menschen geschriebene Buch einen aktiven Beitrag gegen das Vergessen zu leisten.

Beweis für Engagement "Diese Texte sind aber auch ein Beweis für das Engagement einer angeblich politikverdrossenen Jugend. Ein Beweis, dass Jugendliche, wenn es ihnen durch engagierte Pädagogen und Pädagoginnen ermöglicht wurde, sehr wohl bereit sind, sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzen und diese kritisch zu hinterfragen", heißt es im Vorwort. Ein Teil des Buches ist auch der Jugendbegegnung Mauthausen 2001 gewidmet. 18 Teilnehmer aus sieben europäischen Ländern und den USA setzten sich eine Woche lang mit dem Thema "Gedenken und Holocaust" auseinander. Diese Jugendlichen errichteten dabei im KZ Mauthausen ein Mahnmal für alle Kinder und Jugendopfer des Nationalsozialismus.

Fischer: "Das Schönste, was passieren kann"

Der Zweite Nationalratspräsident Heinz Fischer (S) bezeichnete es als "das Schönste, was passieren kann", wenn sich junge Menschen "in der verbindlichsten Form" mit diesen Fragen auseinander setzen. Er sieht darin auch ein Zeichen dafür, dass es eine beträchtliche Bereitschaft gebe, Stellung zu beziehen. Es sei auch ein Beitrag dafür, dass das "Niemals Vergessen" weiter gegeben wird. Der Vorsitzende des Mauthausen Komitees, Willi Mernyi, verwies darauf, dass es neben dem "Niemals Vergessen" auch um das "Niemals Wieder" gehe. Gegen Rassismus und Ausgrenzung, gegen das Auseinanderdividieren von Menschen müsse man auch heute auftreten. Mernyi bezeichnete die Gedenkstätte als einen "Ort des Lernens", und die an diesem Projekt beteiligten Schüler hätten dafür einen hervorragenden Grundstein gelegt. (APA)