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Foto: APA/RTL
RTL-Infodirektor Hans Mahr hat im Moment keine Pläne für eine Rückkehr in seine Heimat. In einem Gespräch mit der APA dementiert der österreichische Medienlegionär anders lautende Spekulationen: "So gerne ich privat in meiner Heimat bin - ich habe derzeit nicht das Verlangen, beruflich nach Österreich zurückzukommen", sagte Mahr, der am Montag seinen 55. Geburtstag gefeiert hat, am Rande eines Vortrags an der Donau-Universität Krems.

Vertrag bis 2005

Gleichzeitig hat Mahr auch Gerüchte über seinen unmittelbar bevorstehenden Rückzug bei RTL zurückgewiesen. "Ich habe einen Vertrag bis Ende 2005, und ich beschäftige mich nicht mit dem Gedanken eines Rücktrittes" so der RTL-Infodirektor.

RTL Group-Chef Gerhard Zeiler (48) hatte im Vormonat erklärt, "dass niemand länger als maximal zehn Jahre ein und denselben Chefposten innehaben soll". Medien hatten dies als Querverweis auf Mahr gedeutet, der bereits seit zehn Jahren beim Sender ist. Mahr selbst meint dazu nun: Zeiler habe die Aussage nicht auf ihn bezogen. Genau so wie Gerhard Zeiler sei er zwar "der Meinung, dass man nicht zu lange dasselbe machen soll. Aber ob das zehn oder elf Jahre sind, das ist alles offen", sagt er.

Spekulationen

In Österreich war bereits spekuliert worden, dass Mahr sich unter Umständen bei einem Tageszeitungsprojekt der News-Herausgeber Fellner engagieren könnte. Dem Vernehmen nach sollen sich Fellner und Mahr vergangene Woche getroffen haben. Mahr wollte das im Gespräch mit der APA nicht kommentieren.

Spekuliert wurde zuletzt auch darüber, dass Mahr möglicherweise zur "Kronen Zeitung" zurückkehren könnte - als Schlichter im Streit zwischen dem Gründer Hans Dichand und dem Eigentümer, der deutschen WAZ-Gruppe (Westdeutsche Allgemeine Zeitung). Der RTL-Infochef dementiert aber auch das: Es habe ihn niemand gerufen, den "Konflikt werden und müssen die Gesellschafter unter sich ausmachen". Mahr war bereits von 1988 bis 1994 Geschäftsführer der "Krone" gewesen. Die WAZ ist mit rund sieben Prozent auch an RTL beteiligt.

"Das Beispiel von ProSieben ist ein abschreckendes"

Auch für RTL schließt Mahr ein Österreich-Programmfenster für RTL weiter aus. Dass der Konkurrent ProSieben seit Jänner in einem Programmfenster mit "Austria TopNews" eine eigene österreichische Nachrichtensendung ausstrahlt, ändere daran vorerst nichts: "Das Beispiel von ProSieben ist ein abschreckendes. Eine herzig bemühte Sendung, die von ein paar tausend Leuten gesehen wird, die ist sinnlos", sagt Mahr: "Ökonomisch gesehen wäre es günstiger, jedem Seher eine VHS-Kassette per Post zu schicken."

Der ORF, glaubt er, hätte zwar gerade bei den News Konkurrenz notwendig (Mahr: "Nach wie vor ist die Qualität der Mitarbeiter hervorragend, aber ich habe das Gefühl, dass streitbare Berichterstattung von oben nicht gerade gefördert wird".) Trotzdem werde es vorerst aber aus Kostengründen kein spezielles Österreich-Programm bei RTL geben.

Auch im Radio-Bereich kommt laut Mahr für den größten europäischen Medienkonzern eine Rückkehr nach Österreich nach der "verunglückten Sache" mit 92,9 RTL derzeit nicht in Frage. Jetzt, wo man mit den neuen Lizenzen in Österreich bundesweit Radio machen könne, würde es zwar grundsätzlich Sinn machen. RTL habe aber derzeit keine Pläne. "Der österreichische Markt ist schon relativ klein, daher ist Österreich nicht unsere erste Priorität". (APA)