Eisenstadt - In das zuletzt sehr zähflüssige Privatisierungsverfahren der Bank Burgenland scheint diese Woche Bewegung gekommen zu sein. Den ganzen Mittwoch lang gab es in der Eisenstädter Zentrale intensive Gespräche mit einem hochrangigen Team der Bawag/PSK. Dabei soll es, erfuhr DER STANDARD aus Bankerkreisen, nicht mehr bloß um die dritte Phase des Due-Dilligence-Prozesses gegangen sein, den Blick ins Allerheiligste der pannonischen Landesbank inklusive eines Rundganges durch den Keller. "Die Gespräche", so hieß es, "liefen schon sehr konkret in Richtung Verkauf."

Hypo NÖ offenbar aus dem Rennen

Zuletzt wurden der ebenfalls um die Bank Burgenland ritternden Kärntner Hypo die besten Übernahmechancen eingeräumt. Ein frühzeitiges forsches Auftreten des Übernahmeteams, das im STANDARD auch dokumentiert wurde, hat freilich Unruhe ins Burgenland gebracht. Und da die Kärntner nach dem Blick in den dritten Datenraum ihr Angebot angeblich deutlich reduziert hätten, sei nun die Bawag wieder am Zug. Die mitbietende Hypo NÖ sei aus dem Rennen, heißt es.

Den Eigentümervertretern, der burgenländischen Landesregierung, ist jedenfalls sehr an einer gelungenen Privatisierung der Bank gelegen. Scheitert sie nämlich - so spekulierte die Burgenländische Volkszeitung -, könnte es zum Eklat beim Budget und damit zu vorgezogenen Neuwahlen im Herbst kommen, was weder ÖVP noch SPÖ wirklich wollen können.

Lostag fürs Land

Die Haftungen aus dem Bankdesaster von insgesamt 360 Millionen Euro sollen zwar in die neue Beteiligungs-und Liegenschaftsgesellschaft, die die Landesimmobilien kauft, ausgelagert werden. Fehlt allerdings der Erlös aus dem Bankverkauf, hätte dies wohl auch Auswirkungen aufs Budget. Die Rückzahlung des Besserungskapitals an die Bank Austria Creditanstalt beginnt ja schon im Juni. Freitag nächster Woche ist Lostag: Da konferieren die Politiker über die Kaufanbote, da soll eine endgültige Entscheidung fallen. (wei, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.05.2004)