Hamburg/Berlin - Weltweit haben es seit 1960 bisher 48 Frauen zur Staats- oder Ministerpräsidentin eines souveränen Landes gebracht. Zu den bekanntesten gehörten die 1974 zurückgetretene israelische Ministerpräsidentin Golda Meir, die 1984 ermordete indische Präsidentin Indira Gandhi und die 1976 vom Militär gestürzte Staats- und Regierungschefin Argentiniens, Isabel Peron. Derzeit amtieren weltweit zehn Frauen als Staats- oder Regierungschefin.

Erste Europäerin Margret Thatcher

In einem europäischen Land eroberte sich in der Nachkriegszeit als erste Frau die Britin Margret Thatcher 1979 den Posten an der Regierungsspitze und konnte sich darin elfeinhalb Jahre lang halten. Auf gut zehn Jahre in drei Amtszeiten brachte es die norwegische Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland. Auch in zahlreichen anderen Staaten Europas gab es bereits Staats- oder Ministerpräsidentinnen. Derzeit ist dies in Irland, Lettland und Finnland der Fall.

In einem deutschen Staat stand, wenn auch nur kommissarisch, erstmals von April 1990 bis zur Wiedervereinigung im Oktober desselben Jahres eine Frau an der Staatsspitze: Sabine Bergmann-Pohl, die als Präsidentin der DDR-Volkskammer nach einer Verfassungsänderung der Wendezeit zugleich Staatschefin war.

Weibliche Doppelführung in Finnland

Zwei Frauen gleichzeitig an der Spitze von Staat und Regierung in einem Land gab es in Europa bisher nur während der ganze 63 Tage währenden Regierungsdauer Anneli Jäätteenmäkis als finnische Ministerpräsidentin im Frühjahr 2003. Ihre Landsmännin Tarja Halonen steht seit 2000 an der Staatsspitze. Das einzige andere Beispiel einer weiblichen Doppelspitze gab es von 1994 bis 2000 in Sri Lanka. (APA/dpa)