Nach Jahren der anonymen Nutzung sollen die Nummern von Mobiltelefonen in den USA in einem ersten drahtlosen Verzeichnis zusammengestellt werden. Die Datenbank, die von der Cellular Telecommunications and Internet Association erstellt wird, soll 75 Prozent der 163 Millionen Mobilfunknummern in den Vereinigten Staaten enthalten und die Suche nach einer Handynummer so einfach machen wie das Wählen einer Vermittlungszentrale. Ängste Datenschützer, darunter Mitglieder des Kongresses und sogar ein Mobilfunkanbieter - Verizon Wireless - fürchten, dass die Mobiltelefone, die einst vor Telefonmarketingstrategen und E-Mail-Spammern geschützt waren, so gefährdet wie normale Telefonanschlüsse und Computer-Inboxen werden könnten. Obwohl die Organisatoren des Mobiltelefonbuchs angeben, dass die Handybenutzer die freie Wahl hätten, in das Telefonbuch aufgenommen zu werden, entgegnen die Kritiker, dass das Versprechen der freien Wahl für die User hinterlistig ist, da viele Handy-Verträge Klauseln enthalten, die die Veröffentlichung der Nummer erlauben. Warnung Sie sagen eine Spam-Überflutung vorher und es ist unklar, ob die Konsumenten bereit sind für unerwünschte Anrufe und E-Mails zahlen. Viele Mobilfunkkunden in den USA zahlen auch für die Sendezeit von hereinkommenden Anrufen, E-Mails und Textnachrichten. Die Mobilfunkbetreiber bezweifeln einen weitgehenden Missbrauch und verweisen auf Sicherheitstools wie Rufnummernübertragung, festeingestellte Klingeltöne, Anruferblockierung und weitere Möglichkeiten, um unerwünschte Anrufe auszuschließen. Problematisch 30 Prozent der Mobilfunkuser wechseln jedes Jahr ihren Betreiber, was die Erstellung des Telefonverzeichnisses schwierig macht. Bis vor kurzem änderte sich mit dem Wechseln des Betreibers auch die Nummer, aber die Federal Communications Commission hat in Folge der Rufnummernportierung erlaubt, dass die User ihre Nummer beim Wechsel des Anbieters behalten dürfen. Außerdem ermöglicht es die neue Regelung, dass die Benutzer ihren Festnetzanschluss aufs Handy umleiten. Bob Eagan, Präsident der Beratungsfirma Mobile Competency, erklärte: "Mein Handy wird bereits mit Porno- und "Werde-schnell-reich"-Spam überschwemmt, und dieses Verzeichnis wird die Situation zusätzlich verschlechtern." (pte)