Wien - Die Universitäten klagen über zu wenig Geld, seit sie in die Selbstständigkeit entlassen sind und wie Private wirtschaften müssen. Budgetalarm gibt für seine Wirtschaftsuniversität (WU) auch deren Vizerektor und "Finanzchef" Ewald Nowotny (S).

Zwar können die Universitäten jetzt die Studiengebühren ihrer Hörer selber im Budget verbuchen. Die Wirtschaftsuniversität allerdings zählt mit 25 Prozent ausländischen Studenten zu den Hochschulen mit dem größten nichtösterreichischen Studenten-Anteil. Ein Teil davon bezahlte bisher de facto keine Studiengebühren. Ab dem Wintersemester wird daher die WU auch von diesen Studiengebühren einheben, so sie nicht durch bilaterale Abkommen mit den Herkunftsstaaten davon befreit sind. Das Bildungsministerium will diese "Staatsverträge" aber kündigen.

"Wir wollen die Letzten sein, die Pleite gehen. Wir werden kämpfen", kündigte Nowotny am Freitag im Klub der Wirtschaftspublizisten an. Das Grundbudget der WU wurde für 2004 gekürzt. Er bezifferte das Gesamtbudget für heuer mit 70 Mio. Euro. Nur rund 4 Mio. Euro stammen aus "Sponsorengeldern", also von privaten Financiers wie Banken bzw. Stiftungen. Die Industrie hingegen sei "ein harter Brocken", wenn es um die Aufbringung von "Drittmitteln" als neue Einkommensquelle geht, bedauert Nowotny. Sie gebe zwar Forschungsaufträge, "aber nichts fürs allgemeine Budget."

Die Eröffnungsbilanz der WU hat laut Nowotny zudem "die furchtbare Überalterung der Ausstattung" gezeigt. Er sei kein Feind der Universitätsreform, betonte der Finanzexperte heute. Aber er will Planungssicherheit, ein Konzept, das berücksichtige, dass die von den Unis selbst zu berappenden Kosten stiegen. Die wachsenden laufenden Kosten, wie auch Lohnnebenkosten, blieben ja bei den Universitäten hängen. "Man kann nicht laufend im Budget einsparen und die Kosten gehen rauf." "Mit dieser Dynamik wird es von Jahr zu Jahr noch schwieriger werden." Nowotny wünscht sich für Österreich dafür den "kalifornischen Weg". In Kalifornien habe Gouverneur Arnold Schwarzenegger mit den Universitäten Zehn-Jahres-Planungen abgeschlossen, wo es eben auch um solche "planbaren Steigerungen" gehe.

"Wenn in Österreich nichts geschieht, können Universitäten in Konkurs gehen", warnt Nowotny generell. Die Wirtschaftsuniversität wolle aber zu den Letzten zählen, die kapitulierten. (APA)