Wien - Den Treibhausgase verursachenden Ausstoß von herkömmlichen Klimaanlagen in Autos haben Vorarlberger Forscher nun den Kampf angesagt. Die Firma Obrist Engineering GmbH in Lustenau hat mit Unterstützung des Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft (FFF) ein System entwickelt, das Fahrzeuge mit Kohlendioxid umweltfreundlich kühlt und auch heizt.

Anlage mit hohen Drücken

Derzeit gebräuchliche Kühlmittel in Klimaanlagen enthalten zwar kein Chlor mehr, sehr wohl aber Fluor und tragen somit zur Erderwärmung bei. "Ein Kilogramm eines solchen Kühlmittels hat die gleiche Wirkung auf das Klima wie 1.300 Kilogramm Kohlendioxid", sagte dazu Frank Wolf von Obrist Engineering gegenüber der APA. Daher lag der Versuch nahe, derartige Anlagen gleich mit dem wesentlich harmloseren Kohlendioxid zu betreiben.

Allerdings muss die ganze Anlage für Kohlendioxid mit wesentlich höheren Drücken von 35 bis 130 bar betrieben werden. Zum Vergleich, herkömmliche Geräte arbeiten mit drei bis 27 bar. Die Vorarlberger Techniker und Ingenieure forschen und entwickeln an der neuen Technologie seit 1996 und die bis jetzt erzielten Ergebnisse lassen einen Kleinserieneinsatz ab 2007 zu. Mit größeren Stückzahlen kann ab 2009 gerechnet werden.

Analage heizt

Die neue Klimaanlage hat neben der Umweltfreundlichkeit noch einen weiteren Vorteil, sie kann nämlich nicht nur kühlen, sondern auch heizen. "Man dreht dazu den auf dem Kaltdampfprozess basierenden Kreislauf einfach um, dadurch kann man ein Fahrzeug mit einer Zusatzheizung ausstatten", sagte Wolf.

Eine zusätzliche Heizung wird spätestens dann nötig, wenn vor allem Dieselmotoren auf Grund von weiteren Verbesserungen immer effizienter werden. Derzeit werden Autos vor allem mit der Abwärme des Motors geheizt. Mit steigendem Wirkungsgrad wird diese Abwärme immer weniger und daher werden auch heute schon immer mehr Zuheizmaßnahmen wie Elektrische Geräte und Brennstoffzuheizer eingesetzt. Auch diese Ausrüstungen verursachen zusätzliche Emissionen, die durch den Einsatz von umweltfreundlichen CO2 Systemen signifikant verringert werden können.

Derzeit laufen laut Herrn Wolf weltweit rund 70 Prototypen von Fahrzeugen mit Kohlendioxid-Klimaanlagen. Mehr als 25 davon wurden in Lustenau aufgebaut. (APA)