London - Britische Soldaten haben einem Zeitungsbericht zufolge eine Gruppe irakischer Gefangener systematisch misshandelt. Angehörige des Queen's Lancashire Regiment hätten fünf in Basra festgenommene Iraker geschlagen und gequält, um Informationen aus ihnen herauszupressen, berichtet der "Independent on Sunday" unter Berufung auf Aussagen der Gefangenen.

Danach wurden die Männer im September bei einer Razzia in einem Hotel gefasst, bei der der von den Soldaten gesuchte Mitbesitzer des Hauses entkam. Um herauszufinden, wo der Entflohene sein könnten, hätten die Soldaten unter Aufsicht eines Offiziers ihre Gefangenen gefoltert, heißt es in dem Bericht.

Zeugenberichte

Der 26-jährige Bahaa Hashim Mohammed gab laut "Independent" an, die Soldaten hätten ihm mit "schwerer Folter" gedroht, wenn er nicht spreche. Dann hätten sie die Gefangenen mit Fäusten, Stiefeln und einer Eisenstange geschlagen. Mohammed wurden nach eigenen Angaben dabei mehrere Rippen gebrochen, zudem erlitt er einen Leistenbruch, einen Nierenschaden und trug andauernde Atemprobleme davon.

Der Hotelangestellte Jawad Kadhim Khamil sagte dem Bericht zufolge aus, dass ein Soldat ihm drei Zähne ausgeschlagen habe. Ein dritter Mann namens Taha Musa el Mutari wurde nach eigenen Angaben mit einem Sack über dem Kopf drei Tage lang ohne Schlaf und Essen misshandelt.

Einer der festgenommenen Iraker war der 27-jährige Hotelangestellte Baha Musa, der in der Haft starb. Sein Tod wird von der britischen Militärpolizei untersucht. Musa sei von den Soldaten am zweiten Tag ins Badezimmer gebracht worden, sagte sein Mitgefangener Sattar Shukri Abdulla laut "Independent". Er habe Musa schreien gehört und dann einen letzten Satz vernommen: "Ich sterbe, Blut." Dem Bericht zufolge müssen sich möglicherweise bis zu sechs Angehörige des Queen's Lancashire Regiments wegen des Vorwurfs verantworten, sie hätten Musa zu Tode geprügelt. (APA)