Klagenfurt/Villach - Das blamable 0:5 am Freitag gegen SC Interwetten.com dürfte der Schwanengesang der BSV Juniors sein: Den Klub wird es künftig im Kärntner Fußball nicht mehr geben. Dabei hatte man große Pläne. Der einstige Bad Bleiberg-Präsident Egon Putzi träumte sogar von der Champions League. Zurück geblieben ist ein Scherbenhaufen, der nicht mehr zu kitten ist.

Die Juniors tanzten nur einen Sommer und steigen nun aus der Red Zac Ersten Liga ab. "Wir sperren zu 99 Prozent zu", sagt Obmann Franz Koloini. "Wie es ausschaut, werden wir den Verein auflösen." Für Montag war ein Kassensturz geplant, anschließend sollte die Auflösung beschlossen werden (und tags darauf offiziell bekannt gegeben werden). Damit wären auch alle Spieler automatisch frei.

Finanziell dürfte man mit einem blauen Auge davon kommen. In der Regionalliga will man deshalb nicht spielen, weil dort fast die gleichen Kosten anfallen wie einen "Stock" höher. Bei zu erwartenden 200 bis maximal 500 Besucher wäre dies jedoch nicht zu finanzieren. Außerdem gibt es keine TV-Gelder.

Doch Fußball-Villach könnte trotzdem in der Regionalliga Mitte vertreten sein. Dieter Berger vom Liga-Klub Landskron will alle Hebel in Bewegung setzen, dass die Lizenz in der Stadt bleibt. "Sonst ist Villach weiterhin im Fußball-Dornröschenschlaf", sagte er. Berger schwebt eine "Konzentrierung der Kräfte" vor: Zusammenschluss von Landskron, Magdalen und Fellach, die derzeitig in der Kärntner Liga spielen, zu einem starken Villacher Regionalliga-Klub. Doch mit großzügigen Förderungen durch die Stadt kann nicht gerechnet werden. "Fußball ist nicht unser Metier", sagt Bürgermeister Helmut Manzenreiter (S). "Im Sport investieren wir in das Eishockey. Aber der Verein würde selbstverständlich wie bisher das Linder Stadion kostenlos benützen können."

Was sagt man beim FC Kärnten als Partnerverein der BSV Juniors? "Sie waren immer ein eigenständiger Verein", dazu Manager Günter Hafner. "Sie haben von uns nur Geld und Spieler bekommen." Weil auch beim FCK nach dem Abstieg aus der Bundesliga der Gürtel enger geschnallt werden muss, ist eine Finanzspritze nicht mehr möglich.(APA)