Peking - Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wird nach Expertenansicht noch über Jahrzehnte andauern. Im Hinblick auf Wasserstoff als alternativen Energieträger seien trotz einiger Fortschritte viele technische Fragen zu Produktion und Transport noch ungelöst. Das betonte der Vizevorsitzende der Internationalen Gesellschaft für Wasserstoffenergie, Carl-Jochen Winter, zum Auftakt der zweiten Weltwasserstoffkonferenz am Dienstag in Peking.

Er dämpfte zu hohe Erwartungen, da Wasserstoff immer noch aus Öl, Kohle und Gas gewonnen werden müsse. Mehr als 700 Teilnehmer beschäftigen sich auf dem "Hyforum 2004" mit Chancen und Problemen von Wasserstoff als Energieträger der Zukunft. Das erste "Hyforum" hatte im Jahr 2000 in München getagt.

Brennstoffzellen-Bussein in Asien

Erstmals in Asien werden vom nächsten Jahr an in Peking drei abgasfreie Brennstoffzellen-Busse fahren. Der Hauptsponsor der Konferenz, DaimlerChrysler, unterzeichnete ein Abkommen mit Chinas Wissenschaftsministerium über die Lieferung der Busse.

In zehn europäischen Metropolen fahren bereits 30 solcher Busse. Der Preis wurde nicht genannt. Der Autokonzern erhofft sich Erfahrungen von dem Einsatz der Busse. In Peking baut DaimlerChrysler zudem gerade seinen Stützpunkt für die Produktion von Mercedes-Limousinen für den chinesischen Markt auf.

Gewinnung mit Sonnenstrom

Mit Wasserstoff werden weltweit große Erwartungen verbunden. Er kann zum Speichern und Transport von Energie sowie als schadstofffreier mobiler Energieträger zum Einsatz kommen. Allerdings wird Wasserstoff bislang noch aus fossilen Brennstoffen gewonnen, was weiter klimaschädliches Kohlendioxid frei setzt. Doch soll der alternative Energieträger in der Zukunft unter anderem mit Sonnenstrom durch Elektrolyse aus Wasser gewonnen werden. (APA)