Neu Delhi - Nach rund 1200 Jahren hat ein Tempel im nordindischen Unionsstaat Uttaranchal erstmals seine Pforten für Frauen geöffnet. Zugleich sei am Dienstag das letzte Tieropfer in dem vermutlich im neunten Jahrhundert errichteten Gotteshaus dargebracht worden, berichtete die Nachrichtenagentur UNI. Dem Tempelpriester solle eine Gottheit im Traum erschienen sein, die ihm diese Änderungen der uralten Tradition befohlen habe.

Für die Stammesangehörigen der Region ist der Mahasu-Tempel in Hanol eines ihrer größten Heiligtümer. Sie verehren den Clan der Pandavas, deren Geschichte im Hindu-Epos Mahabharata wiedergegeben wird. Die fünf Pandava-Brüder waren mit einer einzigen Frau verheiratet. Die Tradition, dass eine Frau fünf Ehemänner hat, lebt in der Gegend bis heute fort. (APA)