Graz - Nachdem man in Tirol bereits vor einigen Tagen daran ging, den so genannten Alcopops den Garaus zu machen, schloss sich am Dienstag der steirische Landtag dem Kampf gegen den hinter bunten Etiketten versteckten Alkohol an. Vor allem bei Jugendlichen sollen die Mixgetränke aus harten alkoholischen Getränken wie Whiskey, Wodka und Limonaden besonders beliebt sein, kommen sie doch im poppigen Gewand eines Softdrinks daher.

Dass etwas gegen den Konsum dieser Mischungen durch Jugendliche unternommen werden muss, darin waren sich alle vier im Landtag vertretenen Fraktionen einig. Immerhin können die Getränke einen Alkoholgehalt von vier bis 14 Volumenprozent haben. Darüber, ob das bestehende Jugendschutzgesetz des Landes den Konsum der Alcopops nicht nur bis zum vollendeten 16., sondern auch bis zum 18. Lebensjahr verbiete, gingen die Ansichten der Parteien allerdings auseinander.

Das Ergebnis waren verschiedenste von SP, VP und FP eingebrachte Entschließungsanträge, die alle angenommen wurden. Die Grünen brachten selbst keinen Antrag zu den Mixgetränken ein, gingen aber sicherheitshalber bei allen mit. Grünen-Abgeordnete Edith Zitz wünschte sich, Politikern mögen weniger oft bei "Bockbieranstichen oder Zeltfesten" auftreten.

Die Freiheitlichen forderten die Landesregierung auf, "im Jugendschutzgesetz klar zu formulieren, dass Alcopops für Jugendliche vom vollendeten 16. Lebensjahr bis zum vollendeten 18. Lebensjahr verboten sind", und eine Infokampagne zu starten.

Die SP forderte den strengeren Vollzug bestehender Gesetzes, wobei Soziallandesrat Kurt Flecker (SP) darauf hinwies, dass er das Trinkverbot bis 18 bereits veranlasst habe. Die ÖVP wiederum meint, das Jugendschutzgesetz müsse novelliert werden. SP und VP wollen von der Bundesregierung die Einführung einer "Zusatzsteuer auf Alcopops". In Deutschland beträgt die Alcopop-Abgabe 89 Cent. (Colette M. Schmidt/DER STANDARD, Printausgabe, 26.5.2004)