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Foto: APA/Techt
Brüssel - Hans Kronberger führt die FPÖ in den EU-Wahlkampf. Der Steirer, der am 9. Mai seinen 53. Geburtstag feierte, ist bereits seit 1996 im Europa-Team der Freiheitlichen, auch wenn er der Partei bisher nicht angehört. Popularität hatte sich Kronberger vor seiner politischen Karriere als ORF-Journalist in der Sendung "Argumente" verschafft. Beobachter attestieren ihm zwar fachliche Kompetenz, fraglich erschien manchen, ob er für eine Spitzenkandidatur die nötige Strahlkraft besitzt.

Respekt

Die großen Fraktionen im EU-Parlament teilen sich üblicherweise die interessante Arbeit untereinander auf. Wer daher, wie die Freiheitlichen aus Österreich, bei keiner Fraktion dabei ist, tut sich schwer mitzuhalten. Hans Kronberger ist eine Ausnahme zu dieser Regel. Als Umweltexperte hat er sich im EU-Parlament Respekt erarbeitet und durfte immer wieder zu Themen wie Energie oder auch Ökopunkte im Umweltausschuss federführend tätig sein.

Zuletzt hat Kronberger auch als Berichterstatter aktiv die Gesetzgebung in Europa mitgestalten können - zu einer Richtlinie über Arsen, Kadmium, Quecksilber, Nickel und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe in der Luft, bei der das EU-Parlament gleichberechtigt mit dem EU-Ministerrat entscheidet.

Parteibeitritt "kein Problem"

Während Kronbergs Arbeitsleistung im EU-Parlament unbestritten ist, blieb ihm bisher die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit vorenthalten. Daher suchte die FPÖ auch die längste Zeit nach einem anderen, zugkräftigen Spitzenkandidaten. Kronberger, der seit Februar 2002 Mediensprecher der FPÖ ist, hätte heute "kein Problem" damit, der Partei beizutreten. Bei seiner ersten Bestellung am vierten Listenplatz 1996 betonte er noch, er sei kein "Feigenblatt" und werde "Jörg Haider sicher nichts nützen". Er habe sich lediglich als "unabhängiger Experte für ökologische Fragen" der FPÖ zur Verfügung gestellt.

Hans Kronberger wurde am am 9. Mai 1951 in Hall bei Admont geboren. Als Journalist arbeitete er seit 1982 beim ORF in der Redaktion für "Argumente" bzw. der Nachfolgesendung "Bürgerforum" sowie für Schiejoks "Konflikte". Seit 1981 ist er Lektor für Umweltpublizistik an der Uni Salzburg (sein Dissertationsthema war "Egon Erwin Kisch"). Zu seinen Publikationen zählen u.a. "Der Sanfte Weg - Österreichs Weg zum Umstieg auf Sonnenenergie", "Auf der Spur des Wasserwechsels" sowie "Blut für Öl". Kroberger stiftet seit 1997 den Hans Kronberger Umweltpreis für hervorragende Umweltberichterstattung. (APA)