Linz - "Die Tochter war der Mutter vollkommen hörig", erklärte der Bürgermeister in einer ersten Reaktion auf den tragischen Tod des 17-Jährigen Mädchens.

Die Mutter hätte "bereits seit längerem alle Anzeichen einer psychischen Erkrankung auch in Form eines religiösen Wahns gehabt". Beim Anblick der toten Tochter habe die Frau noch gemeint, dass "auch der Lazerus wieder auferstanden ist, also wird das auch meine Tochter tun", erzählt das geschockte Gemeindeoberhaupt.

Scheidung brachte Leben aus dem Lot

"Die Frau ist seit der Scheidung, der Vater der Kinder war im Jahr 2001 ausgezogen, und einem Konkurs einer einst florierenden Firma immer mehr ins Trudeln gekommen. "Ihre radikale Ernährungsgewohnheiten und ein religiöser Wahn wurden immer stärker", so der Bürgermeister. Die drei Söhne hätten sich mehr "von der Mutter abgenabelt und sind meist zur Tante essen gegangen oder haben sich in einem Lokal versorgt".

17-Jährige unterordnete sich ihrer Mutter

Die 17-Jährige hätte sich aber "nie soweit von der Mutter lösen können und unterordnete sich dem Leben ihrer Mutter".

In der Gemeinde war die Familie stets als "sehr verschlossen" bekannt und lebte fast vollständig zurückgezogen, erzählte der Bürgermeister. Es habe immer wieder Kontrollbesuche der Behörden gegeben. "Zum letzten Mal waren wir am 11. Mai bei der Familie. Der Zustand der Tochter war da durchaus stabil, was auch unter anderem Blutproben eines Arztes bestätigten". Trotzdem habe man bei diesem Besuch einen Krankenhausaufenthalt vereinbart, so der Bürgermeister. (APA)