Der Verkauf des bulgarischen Mobilfunkbetreibers Mobiltel , der bisher österreichischen Investoren um den Industriellen Josef Taus und die BAWAG gehörte, ist unter Dach und Fach. Im Zuge des bisher größten "Leveraged Buy Out" in Zentral- und Osteuropa wurde die Mobiltel um 1,2 Mrd. Euro zu 100 Prozent an ein aus Altaktionären und Finanzgesellschaften bestehendes Konsortium verkauft.

Verträge unterzeichnet

Die Verträge wurden Dienstag am späten Nachmittag in Paris unterzeichnet, das Closing werde Ende Juni erwartet, sagte Miteigentümer Herbert Cordt am Mittwoch zur APA. Im Zuge des Verkaufs erwerben sieben Private Equity-Gesellschaften 40 Prozent der Mobiltel. Führende Investoren sind dabei ABN Amro Capital, Citigroup Investments und CVP (Communications Venture Partners Limited), weiters gehören die Sandler Capital Management, Innova Capital, Global Finance und 3TS Venture Partners dazu.

Weniger

Die restlichen 60 Prozent bleiben in Besitz der Altaktionäre, wobei die BAWAG, bisher 30-prozentiger Aktionär der Mobiltel, mit dem nunmehrigen Verkauf aus der Mobiltel aussteigt. Taus reduziert seinen Mobiltel-Anteil von 30 auf 10 Prozent, Cordt von 15 auf 10 Prozent. Der Geschäftsmann Martin Schlaff stockt den Anteil hingegen von 25 auf 40 Prozent auf.

2,7 Millionen Kunden

Die Mobiltel ist Marktführer am bulgarischen Handymarkt und betreut 2,7 Mio. Kunden. Bisher gehörte die Mobiltel zu je 30 Prozent der BAWAG und der Management Trust Holding AG (MTH) von Taus, 25 Prozent hielt die MS Privatstiftung der Familie Schlaff, 15 Prozent Cordt.

Verhandlungsposition für die Telekom Austria

Mit der Finalisierung des Mobiltel-Verkaufs könnte die börsenotierte Telekom Austria (TA) wieder in eine Verhandlungsposition kommen. TA-Generaldirektor Heinz Sundt hatte gestern betont, neuerliche Gespräche über eine Mehrheitsübernahme der Mobiltel seien nach dem Abschluss des nunmehr erfolgten Deals ab Juni möglich. (APA)