Wien - "Ich verstehe das überhaupt nicht" wundert sich der für Hochschulen zuständige Sektionschef des Bildungsministeriums, Sigurd Höllinger, über die Parole, welche Ewald Nowotny, Vizerektor der Wirtschaftsuniversität Wien (WU), vergangene Woche im STANDARD-Gespräch ausgegeben hatte. "Wir wollen die Letzten sein, die Pleite gehen" hatte Nowotny im Hinblick auf die Finanzmisere der Universitäten erklärt. Und wünschte sich einen zweiten Arnold Schwarzenegger, der in Kalifornien zehnjährige Finanzvereinbarungen mit den Unis abgeschlossen hat. Auch das ist für Höllinger "völlig absurd".Die WU habe um 16 Prozent mehr Budget als 2003 erhalten. Als "Buchuniversität" kämen da auch keine großen Investitionen hinzu. "Es wird keine Uni Pleite gehen, daher muss sich Nowotny auch nicht bemühen, dass die WU die Letzte ist" so Höllinger. Insgesamt seien die Unis "gut dran", weil sie durch die Budgetdeckelung den Kürzungen des Finanzministers nicht ausgeliefert seien. Auch der Rektor der Uni Wien, Georg Winckler hält die finanziellen "Herausforderungen" für "meisterbar". Es gäbe aber einen "riesigen Erneuerungsbedarf aus den Sparjahren". (kmo/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.5.2004)