Ziel der Gentechnik ist es, die Erbinformation von Lebewesen zu entschlüsseln und zu verändern - oft auch über die Artgrenzen hinweg. In die DNS-Struktur von Nutzpflanzen zum Beispiel sollen neue Gene aus Bakterien eingebaut - und damit technisch nutzbar gemacht - werden, auch für die Landwirtschaft.

Von den Kritikern werden diese Praktiken als unausgereift und deshalb als potenziell gefährlich kritisiert: Die neuen, eingepflanzten Eigenschaften könnten sich per Pflanzenvermehrung unkontrolliert auf die Umgebung ausbreiten, auch die allergene Wirkung der neuen Substanzen und Produkte sei nicht ausreichend erforscht - unter anderem deshalb, weil es an Langzeitstudien mangle.

Die EU hat bisher 18 Sorten GV-veränderter Nutzpflanzensorten zugelassen. Erst vor einer Woche kam, nach einem fünf Jahre währenden Moratorium, die Zulassung einer neuer Maissorte für die Herstellung von Lebensmitteln hinzu.

Den Einwänden der Kritiker sind die Brüsseler Behörden mittels einer strengeren

Kennzeichnungsverordnung für Essprodukte, die unter Zuhilfenahme von GV-veränderten Rohstoffen hergestellt worden sind, entgegengekommen. Diese Verordnung ist seit 18. April 2004 in Kraft. Produkte, in denen GVOs nachweisbar sind, müssen auf der Zutatenliste ebenso den Hinweis auf diese Inhaltsstoffe aufweisen wie Produkte, in denen GVOs zwar nicht nachweisbar sind, aber von ihnen stammen - etwa Speiseöle. Auf Kritik stößt, dass zwar Futtermittel, nicht aber Produkte aus dem Fleisch von Nutztieren der Kennzeichnungspflicht unterliegen. (DER STANDARD Printausgabe 27.5.2004)