Wien - Die Bandlung einer Hepatitis-C-Infektion mit einem neuen Medikament spricht auch bei Patienten an, denen die bisherige Kombinationstherapie kaum geholfen hat. Dies hat eine Wiener Studie an 210 Patienten ergeben.

Das Hepatitis-C-Virus liegt in sechs verschiedenen Genotypen vor, der in Österreich und ganz Europa am häufigsten auftretende ist der Genotyp 1. Seit Jahren erfolgt die Behandlung mit einer Kombination von Interferon (ein Protein, das von menschlichen Zellen als Immunreaktion auf virale Infektionen gebildet wird) und Ribavirin (ein Virostatikum, das die Vermehrung mehrerer Virusarten hemmt).

Die Erfolgsrate bei der Behandlung von Genotyp 1 Hepatitis C lag bisher bei etwa 38 Prozent. Nun hat das Pharmaunternehmen Roche Interferon in einen Mantel aus Polyäthylenglykol (ein Weichmacher) gesteckt. Dieses "Peg-Interferon" wirkt länger und reduziert die Virenzahl im Blut stärker als sein Vorgänger.

Die Studienresultate, von den Wiener Hepatologen Peter Ferenci (AKH) und Michael Gschwandler (Wilhelminenspital) Mittwoch vorgestellt: Patienten, die am besten auf das Peg-Interferon ansprachen, hatten eine Heilungsrate von 75,6 Prozent. Jene mit mittlerem Ansprechen zeigten zu 60,6 Prozent eine Ausheilung. Und die, die am schlechtesten ansprachen, wiesen noch eine Heilungsrate von 31,3 Prozent auf - zuvor lag in dieser Gruppe die Erfolgsaussicht bei sieben Prozent. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27. 5. 2004)