Paris/Brüssel - Das Rettungspaket für den angeschlagenen französischen Industriekonzern Alstom ist offenbar auf Zustimmung der wichtigsten Gläubigerbanken des Unternehmens getroffen.

Aus Bankenkreisen verlautete am Mittwochabend, auch die Großbanken Societe Generale und BNP Paribas hätten bei einem Treffen von Vertretern der Gläubigerbanken in den Plan eingewilligt.

Es könne jedoch noch einige Zeit dauern, andere Gläubiger von dem Konzept zu überzeugen. Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte, eine Bekanntgabe des Ergebnisses der Beratungen sei nicht vor Donnerstagabend zu erwarten.

Stärkung der Kapitalbasis

Der Rettungsplan sieht eine Stärkung der Kapitalbasis von Alstom um 1,8 bis 2,5 Milliarden Euro vor, wobei der Konzern sein Kapital um 1,5 bis 2,2 Milliarden Euro erhöhen wird. Die Kapitalerhöhung schließt die Emission von Bezugsrechten in einem Volumen von 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro und ein Schulden-Aktien- Tauschgeschäft zwischen 0,5 und 1,2 Milliarden Euro ein.

Im Rahmen des Tauschgeschäfts sollen für 500 Millionen Euro nachrangige Anleihen im Staatsbesitz in Aktien umgetauscht werden, sofern der Anteil des Staates an dem Unternehmen die Marke von 31,5 Prozent nicht überschreitet.

Alstom wird auch Gläubigern in einem Volumen von bis zu 700 Millionen Euro einen Tausch in Aktien vorschlagen. Es wird erwartet, dass die für Alstom wichtigsten Banken rund drei Viertel der in den kommenden zwei Jahren benötigten Anleihen aufbringen.

Industrieller Partner

Innerhalb der nächsten vier Jahre will Alstom zudem industrielle Partner suchen. Alstom lehnt allerdings eine Partnerschaft mit dem Münchener Siemens-Konzern im Rahmen des geplanten Rettungspakets ab. Die Franzosen wollen damit offenbar trotz der von der EU geforderten Allianz mit einem Industriepartner eine Aufspaltung oder den Umbau in eine Holding-Gesellschaft als Minderheitspartner verhindern.

Die Alstom-Aktien, die in den vergangenen zwei Jahren fast 90 Prozent ihres Werts eingebüßt haben, gaben am Mittwoch erneut nach und schlossen 8,5 Prozent im Minus bei 1,08 Euro. (APA/Reuters)