Graz - "Auch heuer kann wieder mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Grazer Racing-Teams im Ingenieurswettbewerb für Rennwagen gerechnet werden", so Michael Trzesniowski, Betreuer des FH-Racingteams. Im Juli stellen sich 68 studentische Teams mit ihren selbst konstruierten Rennwagen in Großbritannien dem internationalen Vergleich. Gleich zwei Teams aus der Steiermark - auch die TU-Graz konstruierte einen Boliden - werden bei der "Formula Student" zum zweiten Mal vertreten sein.

Vor zwei Jahren nahm das Projekt mit der Gründung der Racing-Teams seinen Anfang. Vorerst präsentierte man "lediglich" Konstruktions- und Umsetzungspläne. Dabei errang die TU-Graz den dritten Platz, dicht gefolgt vom Team der FH auf Platz vier. Diesmal reisen die Teams samt serientauglichen Boliden nach Bruntingthorpe bei Birmingham in England, um sich den umfassenden Prüfungen von Konstruktion, Beschleunigung bis Kosten- und Managementdisziplin zu unterziehen.

Das Ziel

"Da man zum ersten Mal mit einem fahrtüchtigen Fahrzeug in der "Klasse 1" teilnimmt, hat man sich das Ziel gesteckt, "Newcomer of the Year" zu werden", so Stefan Riedler, Leiter des FH-Racing Teams am Mittwoch. Am Freitag wird in der Grazer Helmut List-Halle der fertige Wagen "jr04" des "Joanneum Weasels Racing"-Teams der FH der Öffentlichkeit präsentiert. Im Gegensatz zum TU-Team, das auf Leistungsstärke setzt, wollen sie mit Verwendung neuer Technologien und Sicherheit punkten.

Für die Studenten der Racing-Teams ist vor allem der wirtschaftliche Kontakt von großer Bedeutung. Schon in den Bau der Rennwagen fließen hohe Summen an Sponsorengeldern - der Aufwand für einen Rennwagen beträgt an die 80.000 Euro und mehr. Besonders in der Steiermark stoßen die jungen Konstrukteure mit ihren Plänen auf den fruchtbaren Boden des steirischen "Autoclusters".

Steigende Teilnehmerzahl

Träger der "Formula Student" ist die amerikanische SAE (Society of Automotive Engineering), die den Ingenieurswettbewerb nun zum siebten Mal in Europa veranstaltet. Die Teilnehmerzahl hat sich im Laufe der Jahre mehrfach verdoppelt, so dass man eine Übersiedlung zum Formel 1-Austragungsort Silverstone überlege, sagte FH-Teamleiter Riedler.

"Die Teilnahme zweier Teams aus der selben Stadt ist in Europa einzigartig", so Racingteam-Betreuer Trzesniowski. Man stehe nicht in direkter Konkurrenz, da unterschiedliche Schwerpunkte in der Konstruktion der Rennwagen gesetzt worden seien. Trotzdem kann ein gewisser Wetteifer nicht geleugnet werden. (APA)