Linz - Gegen die Mutter jener 17-jährigen untergewichtigen Oberösterreicherin, die im Bezirk Steyr-Land tot in ihrem Bett aufgefunden worden war, wurde am Donnerstag von der Staatsanwaltschaft Steyr ein Haftbefehl erlassen. Die Begründung: Verdacht des Mordes beziehungsweise der Vernachlässigung einer Hilfsbedürftigen mit tödlichem Ausgang.

Laut Obduktionsergebnis war das Mädchen an allgemeinem Organversagen durch Unterernährung gestorben. "Noch heute wird über die Frau die Untersuchungshaft verhängt", kündigte Staatsanwalt Guido Mairunteregg am Donnerstag der APA an.

Gutachten soll psychischen Zustand der Mutter klären

Als einer der nächsten Schritte werde jetzt von Sachverständigern ein Gutachten über den psychischen Zustand der Frau erstellt, so Staatsanwalt Guido Mairunteregg. Davon würde dann die weitere Vorgehensweise abhängen.

Religiöse Verwirrung

Die Mutter hätte sich bereits am Mittwochnachmittag freiwillig in die Linzer Landesnervenklinik Wagner Jauregg einweisen lassen, sagte der Leiter der Sicherheitsdirektion für Oberösterreich, Alois Lißl, der APA.

Die "offensichtlich verwirrte Frau" habe die polizeiliche Einvernahme am Mittwoch sehr plötzlich mit den Worten "Gott hat mit ein Zeichen gegeben, ich muss jetzt nichts mehr sagen" beendet und um eine Einweisung in die Landesnervenklinik gebeten, so Lißl.

Zeitangaben der Mutter sind unschlüssig

In dem "sehr kurzen" Gespräch hätte die Mutter wiederholt gesagt, sie sei mit ihrer Tochter noch am vergangenen Sonntag auf der Terrasse gesessen und alles sei "in Ordnung gewesen", so Lißl. "Dies ist aber laut Obduktionsgutachten unmöglich, da das Mädchen bereits seit mehreren Tagen tot im Bett gelegen haben muss", erklärte der Leiter der Sicherheitsdirektion.

Brüder sollen befragt werden

Man erhoffe sich jetzt mehr von der Befragung der drei noch im Haus lebenden Brüder. "Diese sind jetzt vorübergehend bei Großeltern untergebracht", so Lißl. In Zusammenhang mit der bekannt schwierigen Familiensituation habe es immer wieder auch "den Versuch einer Entmündigung der Mutter gegeben", so Lißl. Für ein entsprechendes Gutachten sei der "Tatbestand aber nie ausreichend erfüllt gewesen und man hat daher auch nichts in diese Richtung unternehmen können", betonte Lißl. (APA)