Der Vorstand von PeopleSoft hat erwartungsgemäß die reduzierte Übernahmeofferte des Konkurrenten Oracle abgelehnt. Nach intensiven Beratungen mit seinen Finanzberatern und unter Einbeziehung von Einschätzungen führender US-Banken wie Citigroup sei das Angebot als nicht akzeptabel und unter Wert zurückgewiesen worden, teilte PeopleSoft in der Nacht auf heute, Donnerstag, mit. Aktieninhabern riet der Vorstand, die Anteile nicht an Oracle zu verkaufen.

Geringe Chancen

Nach Meinung des Vorstandes sind außerdem die Chancen äußerst gering, dass eine eventuelle Übernahme von den Wettbewerbsbehörden überhaupt genehmigt wird. Erst vergangene Woche hatte Oracle sein erst Anfang Februar auf 9,4 Mrd. Dollar oder 26 Dollar pro Aktie angehobenes Übernahmeangebot auf 7,7 Mrd. Dollar oder 21 Dollar pro Aktie reduziert und den Schritt mit dem Kursrückgang der PeopleSoft-Aktie erklärt.

Ein Jahr

Die Übernahmeschlacht um PeopleSoft dauert nun schon seit fast genau einem Jahr an. Im Juni 2003 hatte Oracle 5,1 Mrd. Dollar für den Konkurrenten geboten und bis Juli 2003 sein Angebot auf 7,3 Mrd. Dollar hochgeschraubt. Kartellrechtsbehörden in den USA und Europa untersuchen seitdem die Kaufabsichten Oracles. Das US-Justizministerium will die feindliche Übernahme wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken verbieten lassen. Ein entsprechendes Gerichtsverfahren wird am 7. Juni dieses Jahres vor einem kalifornischen Gericht eröffnet. (pte)