Schanghai - China muss nach Ansicht von Medizinern seine Bemühungen im Kampf gegen Aids verstärken. Ohne weitere Maßnahmen könne die Zahl der HIV-Infizierten bis zum Jahr 2010 auf landesweit rund zehn Millionen steigen, erklärte UNAIDS, das Aids-Programm der Vereinten Nationen und der Weltbank, am Donnerstag. "Jetzt handeln oder später bezahlen" sei die Devise, sagte UNAIDS-Leiter Peter Piot. Derzeit sind nach offiziellen Angaben 840.000 Menschen in China HIV-infiziert, bei 80.000 ist die Immunschwächekrankheit bereits ausgebrochen. Nachdem sie die Bedrohung durch Aids jahrelang ignoriert hatte, bot die Regierung in Peking erst im April kostenlose Aids-Tests und ebenfalls kostenfreie medizinische Behandlung für Infizierte an. Die Zahl der Neueinfektionen steigt in China jährlich um 30 Prozent. (APA/AP)