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Das Schweizer Beratungsunternehmen Prognos sagt für 2002 bis 2012 in den USA ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 3,2 Prozent voraus gegenüber 1,8 Prozent in der Euro-Zone.

Foto: EPA/Maury
Berlin - Der Wachstumsvorsprung der US-Wirtschaft gegenüber der Euro-Zone wird einer Studie zufolge auf Grund der alternden und kaum wachsenden Bevölkerung in Europa in den nächsten Jahren noch größer. Das Schweizer Beratungsunternehmen Prognos sagte in seiner am Freitag veröffentlichten Studie "Prognos World Report - Industrial Countries" für 2002 bis 2012 in den USA ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 3,2 Prozent voraus gegenüber 1,8 Prozent in der Euro-Zone.

Deutschland werde mit unter 1,5 Prozent noch unter diesen Quoten liegen. Die Schweiz werde mit 1,3 Prozent das geringste Wachstum der Industrieländer aufweisen. "Gegenüber der Vergangenheit wird sich damit der Wachstumsvorsprung der USA sogar noch ausweiten", hieß es in der Studie. Mit einer drastischen weiteren Dollar-Abwertung rechnen die Prognos-Volkswirte in den kommenden Jahren nicht, das hohe US-Leistungsbilanzdefizit werde wohl nur geringfügig abnehmen.

Ziel wird nicht erreicht

Nach der Prognos-Studie wird Europa sein Ziel, die USA bis 2010 als wettbewerbsfähigster und dynamischster Wirtschaftsraum zu überholten, nicht erreichen. Die höchsten Wachstumsraten werden dem Bericht zufolge im globalen Vergleich die Schwellenländer Asiens aufweisen. China werde sich als neues Schwergewicht in der Weltwirtschaft etablieren.

Ein Grund für das schwache Wachstum der Euro-Zone sei der starke Euro, der die preisliche Wettbewerbsfähigkeit und damit die Exporte schwäche. Dies sei umso gravierender, als von der Inlandsnachfrage in den meisten Euro-Ländern in den letzten Jahren kaum Impulse ausgegangen seien.

Bevölkerungsentwicklung

Ein weiterer Grund dafür sei die Bevölkerungsentwicklung, schrieb Prognos. Während die Bevölkerungsgröße der Euro-Zone zwischen 2002 und 2012 mit einem Plus von 1,3 Prozent praktisch stagniere, nehme sie in den USA um 7,9 Prozent zu. In der gleichen Periode werde das Verhältnis von über 60-Jährigen zu den 20 bis 60-Jährigen in der Eurozone von 40,3 Prozent auf 44,8 Prozent steigen, in den USA dagegen nur von 29,4 auf 33,9 Prozent. Neben einem knapperen Arbeitskräfteangebot bedeute dies für die Euro-Zone höhere Kosten für die Alterssicherung. Noch dramatischer sehe die Situation in Japan aus, wo dieser so genannte Alterskoeffizient von 43,7 auf 60,1 Prozent ansteigen werde, während die Bevölkerung zugleich um rund eine halbe Million zurückgehen werde.

Die Rangliste beim Pro-Kopf-Einkommen in den 20 wichtigsten Industrieländern werde im Jahr 2012 von Luxemburg, den USA, Japan und der Schweiz angeführt. Deutschland werde an 13. Stelle liegen und damit deutlich unter dem Durchschnitt.(APA/Reuters)