Wien - Der in Italien lebende und derzeit als Stadtschreiber Dresdens tätige österreichische Autor Christoph Wilhelm Aigner erhält den mit 10.000 Euro dotierten Anton Wildgangs-Preis 2003 der österreichischen Industrie. Der Preis wird am 15. Juni im Haus der Industrie in Wien überreicht, teilte die Deutsche Verlags-Anstalt (DVA) mit. Aigner gehe in seinen kunstvoll komprimierten Gedichten und Erzählungen, in seinen Übersetzungen und in seinen Schriften zur Literatur "hartnäckig ganz eigene Wege", hieß es in der Begründung der Jury.

"Unbeeindruckt von den rasch wechselnden Strömungen der Zeit" unternehme es Aigner, "Literatur wieder einzusetzen als wichtiges Medium, die Natur zu erfassen, das Leben zu erfassen, das Sehen zu erlernen", so die Jurybegründung weiter. Aigner, geboren am 18. November 1954 in Wels, studierte in Salzburg, wo er auch für den ORF arbeitete und Redakteur beim "Salzburger Tagblatt" war. Seit 1985 ist Aigner freier Schriftsteller. World Literary Today zählt ihn nach Angaben der DVA zu den "wichtigsten zeitgenössischen Dichtern". Zuletzt erschienen seine Notate "Logik der Wolken", weitere Veröffentlichungen sind u. a. "Engel der Dichtung"(2000) und "Vom Schwimmen im Glück" (2001). Aigner hat auch u. a. die Lyrik Guiseppe Ungarettis übersetzt.

Der Wildgans-Preis wird seit 1962 von einer unabhängigen Jury vergeben. Zu den Preisträgern zählen namhafte Autoren wie Thomas Bernhard, Ingeborg Bachmann, Ernst Jandl und Christoph Ransmayr. Im Vorjahr wurde Ferdinand Schmatz mit dem Preis ausgezeichnet.(APA)