Salzburg - Die Salzburger Festspiele haben das Programm für ihr "kleines Festival" bei einer Pressekonferenz bekannt gegeben: Bach und Händel stehen im Zentrum von "Pfingsten und Barock 2005". Mit "Acis and Galatea", "L'Allegro, il Penseroso ed il Moderato" sowie "Solomon" stehen drei der wichtigsten Oratorien des großen Deutschen in England auf dem Programm. Die Goldberg-Variationen, Motetten und Kantaten sowie ausgesuchte Konzertliteratur von Johann Sebastian Bach bilden das Gegengewicht.

Pfingsten und Barock dauert im Jahr 2005 von 13. bis 16. Mai, insgesamt sind für die drei Händel-Konzerte im Großen Festspielhaus und die drei Bach-Konzerte im Mozarteum 8.730 Karten aufgelegt worden. Erwartet wird ein Umsatz von 260.000 Euro. Der Bund hat jede Art von Quersubventionierung durch die Sommerfestspiele strikt untersagt.

"Acis and Galatea" zu Beginn

Den Auftakt gestaltet Marc Minkowski und Les Musiciens du Louvre am 13. Mai mit "Acis and Galatea", Händels erstem Musikdrama in englischer Sprache. Am Tag darauf geben William Christie und der Choeur des Arts Florissants eine ebenfalls konzertante Version des Oratoriums "L'Allegro, il Penseroso ed il Moderato". Der letzte Abend am 15. Mai gehört erneut einem Händel-Oratorium, nämlich "Solomon" aus dem Jahr 1749. Intendant Peter Ruzicka hat diese Aufführung dem Salzburger Mozarteum Orchester unter seinem neuen Chefdirigenten Ivor Bolton anvertraut. Ob es bei den drei Oratorien - so wie in Händels Zeit üblich - wenigstens Masken, Kostüme oder gemalte Bühnenbilder geben wird, sei noch offen, das hänge vom Geld ab, so Ruzicka.

Bach soll im kleineren Saal des Mozarteums aufgeführt werden, und zudem jeweils an den Vormittagen. Eine geringere Wertschätzung Bachs solle damit aber nicht ausgedrückt werden, so Ruzicka: "Eine der großen Passionen Bachs zu Pfingsten aufzuführen, ist gerade in Salzburg unmöglich, das ist ein Tabu. Aber Sie haben Recht, das wäre schön gewesen." Tatsächlich ist mit Evgeni Koroliov einer der bedeutenden Bachinterpreten verpflichtet worden, der Bachs Klavierwerke in exemplarischen Einspielungen vorgelegt hat.

Goldberg-Variationen

Am Samstag, dem 14. Mai, wird Koroliov die Goldberg-Variationen wiedergeben. "Jesu meine Freude" ist der Titel einer Kantaten- und Motetten-Matinee am Sonntag, es musizieren Konrad Junghänel und der Cantus Cölln - dieses weltweit bekannte Vokalensemble wird erstmals in Salzburg zu hören sein. Am Ende dieses musikalischen Pfingstfestes stehen die Berliner Barock Solisten. Dieses Ensemble präsentiert nicht nur instrumentale Konzertmusik Bachs, sondern auch diverse Telemann-Konzerte, von denen eines - das Konzert für Flöte, Streicher und Basso Continuo in G-Dur - erst kürzlich rekonstruiert und in Österreich bisher noch nie aufgeführt wurde.(APA)