Bild nicht mehr verfügbar.

Umweltminister Josef Proell und Mobilkom-Generaldirektor Boris Nemsic

Foto: GUENTER R. ARTINGER / APA
Rund 70 Prozent der Österreicher haben laut einer Studie der mobilkom austria nicht mehr verwendete Handys zuhause. "Man schließt es in eine Schublade ein und dort schläft es", sagte mobilkom austria Generaldirektor Boris Nemsic. Diese "schlafenden" Althandys will das Telekommunikationsunternehmen gemeinsam mit dem Umweltministerium zum Leben erwecken. Einerseits, um sie einer umweltgerechten Entsorgung zuzuführen, andererseits, um noch funktionierende Handys zur Wiederverwendung in boomende Telefonmärkte wie China, Indien oder Hongkong zu vermitteln.

Richtlinie

Hintergrund der am Freitag in der Sky-Bar in der Wiener City präsentierten Sammelaktion sind zwei EU-Richtlinien, die bis Mitte 2005 umgesetzt werden sollen: Eine Verordnung beschränkt die Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in elektrischen und elektronischen Geräten zum Schutz der menschlichen Gesundheit, die andere regelt die Entsorgung der Abfälle von Elektro-Altgeräten. Kern dieser Richtlinie ist die Verpflichtung zur kostenlosen Rückgabemöglichkeit für Altgeräte aus privaten Haushalten.

Bis 2006 ist ein ein Sammelziel von vier Kilogramm pro Jahr und Einwohner zu erreichen. Laut der Studie gaben 31 Prozent der Österreicher an, ihr Handy umweltgerecht zu entsorgen. "Leider finden wir aber Handy-Teile vor allem in der Restmülltonne. Es wäre schön, wenn wir die 31 Prozent wirklich erreichen könnten", sagte Nemsic.

Verdopplung

1998 fielen, so Umweltminister Josef Pröll (V), EU-weit sechs Millionen Tonnen Elektronikschrott an, bis 2016 wird sich diese Menge verdoppeln. "Dieser Berg wächst dreimal schneller als der der üblichen kommunalen Abfälle." Elektronikschrott müsse aber, so Pröll, wegen umweltschädlichen Inhaltsstoffen wie Quecksilber, Blei, Cadmium oder Chrom sowie Fluorkohlenwasserstoffe, Asbest oder Arsen ganz besonders sachgemäß vorbehandelt und entsorgt werden.

In diese Richtung zielt die am Freitag von der mobilkom austria präsentierte Sammelaktion, deren Pilotprojekt mit der Stadt Wien von Oktober 2003 bis Februar 2004 ein Volumen von 3.500 Althandys ergab. Pro gesammeltem Mobil-Telefon spendete die mobilkom drei Euro für die Organisation Ärzte ohne Grenzen. Ab sofort läuft die Aktion österreichweit: In den 39 A1-Shops in Österreich liegen Sammel-Kuverts bereit. Diese Kuverts können in den Shops abgegeben oder kostenlos in den nächsten Briefkasten geworfen werden. Das Unternehmen kümmert sich mit der Partnerfirma Greener Solutions um die umweltgerechte Verwertung bzw. Entsorgung. (APA)