Linz - Die Österreicher nehmen diverse Verkehrsregeln nicht so ernst, ergab eine Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes "market". Demnach werden 160 km/ h auf der Autobahn von 40 Prozent toleriert.

Laut den Umfrage-Ergebnissen sind eine 50-prozentige Geschwindigkeitsüberschreitung im Baustellenbereich, Nachlässigkeit beim Angurten von Kindern und rücksichtsloses Verhalten gegenüber Fußgängern am wenigsten akzeptabel. Hier beträgt der Grad der Ablehnung mehr als 80 Prozent.

Die Beurteilung der Überschreitung von Tempolimits ist allerdings nur eine Frage der Intensität. 120 statt erlaubter 80 km/h im Baustellenbereich auf der Autobahn werden zwar von 86 Prozent nicht toleriert, Tempo 100 statt 80 stoßen jedoch nur noch bei jedem Zweiten auf Ablehnung, von einem guten Fünftel wird das sogar offen hingenommen.

Lockerer seit 2000

Der Vergleich mit Ergebnissen einer ähnlichen Umfrage im Jahr 2000 zeigt, dass die Österreicher die Verkehrsregeln inzwischen lockerer nehmen. 180 km/h auf der Autobahn werden aktuell von 14 Prozent der Befragten akzeptiert, vor vier Jahren waren es erst zehn Prozent. 160 km/h finden 40 Prozent in Ordnung, im Jahr 2000 stimmten dem erst 34 Prozent zu. Eine Aufweichung gibt es auch beim Thema "Alkohol am Steuer": 2000 lehnten noch 85 Prozent der Bevölkerung eine Autofahrt nach dem Konsum von drei Bier strikt ab, jetzt sind es 75 Prozent.

Frauen tolerieren Verkehrssünden deutlich weniger

Frauen tolerieren Verkehrssünden - insbesondere Geschwindigkeitsübertretungen und Alkohol am Steuer - deutlich weniger. Je höher das Alter desto geringer ist auch das Verständnis für Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung und lautes Radiohören im Auto. (APA)