Jeder Raucher hat einen Urgroßonkel, der "sein Lebtag' geraucht hat und auch 104 Jahre alt geworden ist". Geschenkt. Rauchen verursacht Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt und generell Gefäßschädigung. Außerdem Impotenz und schlechte Spermienqualität. Steht so auf der Zigarettenschachtel und stimmt auch. Wie Saufen in Verbindung mit Autofahren ist Rauchen aber auch für andere schädlich - zumindest jedoch äußerst lästig für Menschen, die Qualm und Asche nicht lieben. Gesundheitsministerin Rauch-Kallat ist daher zuzustimmen, wenn sie meint, Arbeitsplätze in Österreich sollten generell rauchfrei werden. Die Einzelheiten werden allerdings noch in einer Arbeitsgruppe diskutiert, sagt sie, und da muss man gleich wieder vorsichtig werden.

Nur zur Erinnerung: Sozial schädliches Verhalten wie Handytelefonieren am Steuer, Nichtangurten, Nichtwegräumen von Hundekot und betrunken Autofahren ist hierzulande auch gesetzlich verboten, aber es wird in den ersten drei Fällen praktisch überhaupt nicht und im letzten Fall kaum kontrolliert und geahndet. "Rauchfrei am Arbeitsplatz" glauben wir erst, wenn das wirklich durchgesetzt wird und nicht nur eine typische Augenauswischerei ist.

(rau, DER STANDARD Printausgabe 28/29.5.2004)