Guadalajara - Vom EU-Lateinamerika-Gipfel, der am Freitag im mexikanischen Guadalajara zusammentrat, wurde deutliche Kritik an der Folter von Gefangenen im Irak erwartet. Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte in einem Interview, man werde deutlich machen, "dass die Vorkommnisse im Irak mit einer zivilisierten Gesellschaft nichts zu tun haben".

Wie Österreichs Außenministerin Benita Ferrero-Waldner in Guadalajara sagte, seien "die EU und die Staaten Lateinamerikas in ihrer Ablehnung und Verurteilung dieser Vorgänge geeint". Ferrero-Waldner kündigte an, dass der nächste EU-Lateinamerika-Gipfel im Mai 2006 in Wien stattfinden wird. Österreich hat im ersten Halbjahr 2006 die EU-Präsidentschaft inne. Zur Vorbereitung des Wiener Treffens wird ein eigener EU-Lateinamerika-Koordiator im Außenministerium ernannt.

Bereits vor Beginn des Gipfels in Guadalajara einigte sich die EU mit den Ländern Mittelamerikas und der Andengemeinschaft über die Aufnahme von Verhandlungen über das Freihandelsabkommen. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten wurden am Rande des Gipfels sieben Menschen verletzt. (AFP, APA, red/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29./30./31.5.2004)