Bogotá - Linke Rebellen haben nach Angaben der kolumbianischen Behörden im Nordwesten des Landes bei zwei Überfällen insgesamt 17 Reisende entführt. Bis Montag seien zehn der Geiseln wieder frei gekommen, hieß es weiter. Es war die erste größere Entführungsaktion des "Nationalen Befreiungsheeres" (ELN) seit fast zwei Jahren. Fast zeitgleich hatte Präsident Alvaro Uribe sein Angebot für einen Waffenstillstand und Friedensgespräche mit dem ELN erneuert.

Zwei Reisebusse gestoppt

Die Guerilla hatte am Samstag in der verarmten Provinz Choco im Nordwesten des Landes zwei Reisebusse gestoppt und die beiden Fahrer sowie die Passagiere in den Busch verschleppt. Das Militär nahm nach eigenen Angaben die Verfolgung der Entführer auf, die deshalb die ersten zehn Geiseln frei gelassen hätten.

Das ELN ist mit etwa 4.500 Männern und Frauen unter Waffen die zweitgrößte Guerillagruppe des Landes und für spektakuläre Entführungsaktionen berüchtigt. Lösegelderpressung ist eine der wichtigsten Einnahmequellen illegaler bewaffneter Gruppen in Kolumbien. Im Dezember 2002 hatte das ELN Gespräche abgebrochen, weil die Regierung Uribe nicht wirklich am Frieden interessiert sei. (APA/dpa)