Wien - Die Seegrotte Hinterbrühl (Bezirk Mödling) ist infolge eines gewaltigen Naturereignisses im Jahr 1912 in ihrer heutigen Form entstanden. Nach einer Sprengung im damaligen Gipsbergwerk strömten mehr als 20 Millionen Liter Wasser in die Gänge und Stollen ein, ist auf der Homepage der Seegrotte zu erfahren. Durch diesen Einbruch entstand der größte unterirdische See Europas mit 6.200 Quadratmetern Fläche.

Bis in die dreißiger Jahre blieb das Bergwerk geschlossen. Dann entdeckte ein Team von internationalen Höhlenforschern das Naturspektakel. Man beschloss, die Sehenswürdigkeit der Öffentlichkeit als Schaubergwerk zugänglich zu machen.

KZ-Außenlager

Während des Zweiten Weltkrieges beschlagnahmte das NS-Regime die Seegrotte, um einen Rüstungsbetrieb einzurichten. Von September 1944 bis April 1945 wurde sie als Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen genutzt, heißt es auf der Homepage der Gedenkstätte Mauthausen. In dem Schaubergwerk wurden der Rumpf des Düsenjägers HE162 für die Firma Heinkel hergestellt und der Flieger montiert. Bis zu 800, nach anderen Angaben 1.800 Häftlinge mussten unter Tag arbeiten.

Nach dem Krieg wurde die Seegrotte als Touristenattraktion wiedereröffnet. Insgesamt haben bisher zehn Millionen Menschen das ehemalige Bergwerk besucht. Führungen finden ganzjährig täglich in mehreren Sprachen statt, deren Höhepunkt eine Motorbootfahrt auf dem See bildet. Die Temperatur im Bergwerk beträgt konstant rund neun Grad Celsius. (APA)