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Rauchwolken über der "Grünen Zone" Bagdads

AP/ANJA NIEDRINGHAUS
Bagdad - Zwei Bombenanschläge mit insgesamt Dutzenden Todesopfern haben am Dienstag die Nominierung des neuen irakischen Übergangspräsidenten Ghazi al Yawar überschattet. Ein Attentat auf ein kurdisches Parteigebäude in Bagdad kostete nach Polizeiangaben bis zu 25 Menschen das Leben. Ein US-Offizier sprach hingegen von zunächst drei bestätigten Todesopfern und 20 Verletzten. Bei einem Autobombenanschlag auf einen US-Militärstützpunkt im Norden des Landes wurden elf Iraker getötet.

Nach dem Anschlag auf das Bürogebäude der kurdischen Partei Patriotische Union Kurdistans (PUK) in Bagdad stieg Rauch auf. Vor dem Eingang des Hauses war ein tiefer Bombenkrater zu sehen. Die Fernsehsender Al Jazeera und Al Arabiya zeigten Bilder von Trümmern und eine verkohlte Hauswand. Offenbar war das Gebäude zum Zeitpunkt der Explosion voller Menschen gewesen, die an einer Feier zum 30. Jahrestag der Parteigründung teilnahmen. Ein Wachmann der Gebäudes sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass es sich um eine Autobombe gehandelt habe. Ein anderer Augenzeuge erzählte der Nachrichtenagentur Reuters, dass nach der Explosion einige Wachen des PUK-Gebäudes das Feuer eröffnet und dabei mehrere Passanten erschossen hätten.

Selbstmordanschlag

Das PUK-Büro liegt in rund 500 Meter vom Außenministerium entfernt in der Nähe der so genannten Grünen Zone, in der die US-geführte Verwaltung des Irak ihr Hauptquartier hat. Auch in weiteren Teilen von Bagdad waren Explosionen zu hören, kurz nachdem die Nominierung Yawars bekannt geworden war.

Unterdessen detonierte bei einem Selbstmordanschlag eine Autobombe vor dem US-Militärstützpunkt Summerall in der Ortschaft Beiji, wie ein US-Militärsprecher mitteilte. Beiji liegt 250 Kilometer nördlich von Bagdad. "Ein schwarzer BMW mit einem bärtigen Fahrer" sei vor der Basis explodiert, sagte ein Leutnant der irakischen Zivilverteidigung. Dabei wurden elf Iraker nach Angaben von Krankenhausärzten getötet. 18 weitere Iraker und zwei US-Soldaten seien zum Teil schwer verletzt worden. (APA/AP/dpa/Reuters)