Berlin - Die G-8-Staats- und Regierungschefs wollen den Ländern der arabischen Welt bei ihrem Gipfel Anfang Juni einen Dialog auf politischer und wirtschaftlicher Ebene anbieten. Dies sei aus Sicht aller G-8-Staaten ein "extrem wichtiges Thema", hieß es am Dienstag aus deutschen Regierungskreisen in Berlin. Dabei könne es aber nicht darum gehen, den Staaten im Nahen Osten Reformen von außen aufzuzwingen.

US-Präsident Georg W. Bush hatte jüngst eine Initiative für mehr politische, wirtschaftliche und soziale Freiheit in der Region angekündigt. Dies war vor mehreren Staaten in der Region als unzulässige Einmischung von außen zurückgewiesen worden. Ägypten und Saudi-Arabien, die eigentlich als Verbündete der USA gelten, lehnten daraufhin eine Einladung zum G-8-Gipfel in der kommenden Woche im US-Bundesstaat Georgia ab.

In den Vorgesprächen zu dem Gipfel vom 8. bis 10. Juni habe es unter den G-8-Staaten in der Frage eine "sehr intensive, sehr kontroverse Diskussion" gegeben, hieß es weiter aus Regierungskreisen. Es sei aber gelungen, "die Differenzen zu überwinden". Die Erklärung des Gipfels werde nun deutlich machen, dass die G8 in diesem Bereich "eine gemeinsame Politik haben". Diese müsse auch darauf zielen, den arabischen Staaten eine wirtschaftliche Perspektive zu geben, die sich in einem stetigen Wachstum und der Schaffung von Arbeitsplätzen äußere.

Zu den G-8-Staaten gehörden die USA, Deutschland, Großbritannien, Kanada, Frankreich, Italien, Japan und Russland. (APA)