Der weltgrößte Finanzdienstleister Citigroup steht vor der Übernahme von Unternehmensteilen des angeschlagenen südkoreanischen Chipherstellers Hynix Semiconductor Inc. Das teilte die Hauptgläubigerbank von Hynix, Korea Exchange Bank, am Dienstag in Seoul mit. Der Verkauf ist Teil der Sanierungspläne für Hynix, die Ende 2002 beschlossen worden waren.

Die Gläubigergruppe des weltweit drittgrößten Produzenten von Computer-Speicherchips stimmte dem zuvor erhöhten Angebot über 954,3 Mrd. Won (669 Mio. Euro) durch die Beteiligungsgesellschaft Citigroup Venture Capital (CVC) des US- Finanzkonzerns zu. Übernommen werden soll das so genannte Nicht-Speichergeschäft wie die Produktion von Chips für Flachbildschirme oder Kamera-Handys. Mit dem Verkauf könne sich Hynix jetzt wieder auf sein Kerngeschäft mit Computer-Chips, den so genannten DRAM-Chips (dynamic random acces memory), konzentrieren, hieß es.

Die Verhandlungen mit CVC zogen sich mehr als ein Jahr hin. Die Gläubigergruppe billigte auch die Vergabe eines Darlehens von 379,3 Mrd. Won zur Finanzierung der Übernahme durch CVC. Es werde erwartet, die Transaktion bis Ende Juli abschließen zu können, hieß es in einer Erklärung. Die Gläubiger hatten vor zwei Jahren die Kontrolle über Hynix übernommen, nachdem sie ein Rettungspaket in Höhe von mehr als drei Bill. Won zusammengeschnürt hatten.

Zuvor war der hoch verschuldete Chiphersteller mehrfach von seinen Kreditgebern vor einem drohenden Bankrott gerettet worden. Im ersten Quartal des laufenden Jahres wies Hynix nach eigenen Angaben einen Reingewinn von 351 Mrd. Won aus, nach einem Defizit von 881 Mrd. Won im Quartal davor. (APA)