Wien - Der zweitgrößte österreichische Baukonzern Porr hat im vergangenen Jahr trotz stagnierendem Umsatz deutliche Gewinnsteigerungen erzielen können. Der Löwenanteil der Ergebnisverbesserungen entfielen dabei auf die lange kränkelnden Sparten Straßen- und Hochbau, aber auch auf die Immobilientochter UBM, geht aus dem seit Dienstag vorliegenden Geschäftsbericht des Unternehmens hervor. Der Porr-Vorstand will für das vergangene Jahr eine gegenüber 2002 verdoppelte Dividende von 1,74 Euro ausschütten.

Die Umsatzerlöse (exklusive Arbeitsgemeinschaften) stagnierten 2003 bei 1,479 (1,477) Mrd. Euro, die betriebswirtschaftliche Leistung (inklusive anteilige Arbeitsgemeinschaften) stieg dagegen um sieben Prozent auf 1,927 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) legte auf 47,497 (29,569) Mio. Euro zu, das Ergebnis vor Ertragssteuern (EBT) kletterte auf 23,27 (12,17) Mio. Euro. Das Konzernergebnis betrug 14,8 nach 9,3 Mio. Euro im Jahr davor. Das Ergebnis pro Aktie ist im vergangenen Jahr auf 7,35 (4,61) Euro gestiegen.

Operatives Ergebnis verdoppelt

Das operative Ergebnis der Straßenbaugruppe um die Teerag-Asdag legte bei einem moderaten Umsatzanstieg um mehr als das Doppelte auf 12,96 (5,13) Mio. Euro zu, die Hochbau-Gruppe konnte ihr Ebit auf 8,26 Mio. Euro mehr als verdreifachen. "Der Wohn- und Siedlungsbau musste zwar, wie auch schon in den Vorjahren, absolute wie auch anteilige Rückgänge hinnehmen. Gleichzeitig konnten jedoch im sonstigen Hochbau, und hier vor allem in den Sparten Geschäfts- und Bürohausbau, sowie im Hotelbau markante Zuwächse verzeichnet werden", heißt es dazu im noch nicht in Druck vorliegenden Geschäftsbericht. Auch die Immobiliengruppe rund um die bisherige Mehrheitsbeteiligung UBM Realitätenentwicklung AG konnte ihren Ergebnisbeitrag 2003 deutlich auf 9,74 (5,3) Mio. Euro deutlich steigern.

Die Porr ist mit insgesamt 9.500 Beschäftigten der zweitgrößte österreichische Baukonzern hinter dem weit größeren österreichisch-deutschen Konzern Bau Holding Strabag. Die Porr liegt aber - gemessen an der heimischen Wertschöpfung bzw. den Beschäftigten in Österreich - auf Augenhöhe mit der Strabag.

Große Erwartungen

Für heuer erwartet die Allgemeine Baugesellschaft - A. Porr AG einen um 4,5 Prozent geringeren Umsatz von 1,787 Mrd. Euro. Hauptgrund dafür ist die neue Konzernstruktur: Im April 2004 hat die Porr 25 Prozent an der Immobilientochter UBM an eine der BA-CA nahe stehende Privatstiftung verkauft. Die UBM soll 2004 aus der Porr-Bilanz entkonsolidiert werden. Stimmt die Kartellbehörde zu, wird der Porr-Anteil dadurch unter 50 Prozent fallen.

Darüber hinaus werden bei Hochbau und Straßenbau Rückgänge gegenüber dem Volumen 2003 erwartet. Wegen der eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen und der allgemein besseren Konjunktur werde sich die Ertragssituation aber verbessern, "wenngleich der überdurchschnittliche Ergebnisanstieg des Vorjahres nur schwer zu erreichen sein wird", wie es im Geschäftsbericht heißt. Der Porr-Vorstand will die Zahlen 2003 und den Ausblick 2004 am 15. Juni erläutern.

Auch für die Porr wird das Auslandsgeschäft immer wichtiger: Waren 2002 nur gut 28 Prozent des Umsatzes jenseits der österreichischen Grenzen gemacht worden, stieg dieser Wert 2003 auf gut 30 Prozent. 2004 soll der Auslandsumsatz bereits ein Drittel des Gruppenumsatzes ausmachen.(APA)