Wien - Was bedeutet Qualität in der Technik und wie beeinflussen geschlechtsspezifische Differenzen die Entwicklung neuer Technologien? Dieser Frage geht "Gender IT!", ein Forschungsprogramm im Rahmen der Initiative "fForte – Frauen in Forschung & Technologie", nun auf den Grund: In einer Ausschreibung zum Thema "Qualität und Technik" fördert das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Forschungsprojekte mit Gender-Perspektive auf Informations- und Kommunikationstechnologien.

Technikentwicklung im kulturellen Kontext

Was Qualität von Technik bedeutet, ist abhängig davon, was eine Kultur als "wichtig", "wertvoll", "nützlich" oder "normal" erachtet. Für Usability und Design ist die gegenseitige Prägung von Technik und Gesellschaft deswegen zentral. Darüber hinaus sollen geschlechtsspezifische Konzepte von Qualität untersucht werden, die im gesamten Prozess der Technikentwicklung Anwendung finden: Von der Qualität der Produkte und der Qualität der Arbeit bis zur "Lebensqualität", die mit und durch Informations- und Kommunikationstechnologien geschaffen werden soll.

Technologien werden dabei als Produkt, als Prozess, als Kultur, als Kompetenz und als Handwerk in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses gerückt. So soll das gesamte "soziale Leben der Dinge" untersucht und der Mythos der neutralen Technik einer Revision unterzogen werden.

Projektskizzen einreichen

Bis 21. Juni können unter www.fforte.at Skizzen für Projekte eingereicht werden, die eine Gender-Perspektive in einem konkreten Entwicklungsprojekt (Software, Datensammlung, Internettechnologien etc.) verfolgen oder Prozesse der Technikgestaltung erforschen. Gesucht sind ausschließlich "integrierte Projekte", also wissenschaftliche "Tandems" aus mindestens einer kultur-, sozial- oder geisteswissenschaftlichen und einer naturwissenschaftlichen bzw. technischen Disziplin.

Ein Beirat empfiehlt danach jene Projekte, die bis Oktober 2004 zu vollwertigen Offerten ausgearbeitet werden. Um das Risiko kleinerer Institutionen und Forscherinnengruppen zu minimieren, wird diese vom bm:bwk finanziell unterstützt.

Hintergrund

Die Initiatve "fFORTE – Frauen in Forschung & Technologie" wurde 2002 vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung als gemeinsames Programm der Bundesministerien für Bildung, Wissenschaft und Kultur (bm:bwk), für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) zur Stärkung von Frauen in Forschung und Technologie ins Leben gerufen. (red)