Der Kopenhagener Freistaat Christiania kann möglicherweise seine Unabhängigkeit behalten. Mit großer Mehrheit nahm das dänische Parlament am Dienstag eine Gesetzesvorlage der liberal-konservativen Regierung an, die nach Angaben der linken Abgeordneten Line Barfoed neue Verhandlungen zwischen den Vertretern des alternativen Wohnprojektes, dem Verteidigungsministerium und der Stadt Kopenhagen vorsieht.

Attraktion vor allem für jüngere Kopenhagen-Besucher

Noch im März hatte die dänische Regierung geplant, ab dem 1. Jänner 2006 aus Christiania einen "normalen Stadtteil" zu machen, der "offen für alle und frei von Drogen" sein solle. Auch das System der kollektiven Selbstverwaltung, für das die von Hippies 1971 auf einem verlassenen Kasernengelände errichtete Siedlung bekannt wurde, wäre weggefallen.

Die autonome Stellung Christianias ermöglichte den Bewohnern unter anderem den ungestörten Handel mit Drogen wie Haschisch, was den Freistaat auch zu einer Attraktion vor allem für jüngere Kopenhagen-Besucher machte. In den vergangenen Jahren hatte die dänische Polizei allerdings ihre Razzien in dem Freistaat verstärkt und den Drogenverkauf nach eigenen Angaben unterbunden. (APA/AFP)