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Strassensperre in der umkämpften Stadt Bukavu

AP/RICCARDO GANGALE

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Brennende Autos nach Demonstrationen in Kinshasa

Foto: AP/Eddy Isango

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Brennende Reifen als Straßensperren in Kongos Hauptstadt Kinshasa

Foto: AP/Bompengo
Kinshasa/Bukavu /Nairobi - Die Kämpfe zwischen der Armee und abtrünnigen Soldaten im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben sich ausgeweitet. Nach Bukavu sei eine zweite Stadt an die Rebellen gefallen, berichtete der britische Sender BBC am Sonntag unter Berufung auf Militärs. Die reguläre Armee habe den Ort Walikale, etwa 150 Kilometer westlich von Bukavu, verlassen. Die UNO-Mission im Kongo (MONUC) dementierte später die Einnahme der Stadt durch die Dissidenten und sprach von Zusammenstößen zwischen der lokalen Mai-Mai-Miliz und der Armee. Am Sonntag wurden zwei südafrikanische UNO-Soldaten von Unbekannten getötet.

Neun weitere Verletzte

Neun weitere Blauhelmsoldaten wurden bei dem Überfall in Rugari nahe der Stadt Goma verletzt, wie eine Sprecherin der UNO-Mission in Kongo (MONUC) mitteilte. Die Soldaten wollten den Angaben zufolge von der Stadt Rutshuru nach Goma zurückkehren, als ihnen Anwohner von einem Angriff auf ein Zivilfahrzeug berichteten. Daraufhin seien die UNO-Soldaten umgekehrt und vor Ort selber angegriffen worden.

Hutu-Miliz

Anwohnern zufolge handelte sich bei den Angreifern um Mitglieder der Interahamwe-Miliz. Diese wurde von Hutus gegründet, die nach Ende des Genozids 1994 aus dem Nachbarland Ruanda nach Kongo geflüchtet waren. Der Zwischenfall stehe nicht in Zusammenhang mit den Kämpfen zwischen der regulären kongolesischen Armee und abtrünnigen Soldaten in Bukavu, betonte die MONUC-Sprecherin.

Präsident Laurent Kabila habe unterdessen in einem Telefonat mit dem französischen Außenminister Michel Barnier um die Entsendung einer europäischen Eingreiftruppe gebeten, berichtete Radio Okapi. Eine EU-Truppe unter französischer Führung hatte im vergangenen Jahr die zeitweilige UNO-Mission in der Krisenregion Ituri verstärkt.

Abzug verzögert sich weiter

Der Abzug der Truppen des abtrünnigen Generals Laurent Nkunda aus Bukavu verzögerte sich unterdessen weiter. Nkunda hatte die Räumung der Stadt bis Sonntagabend angekündigt. Etwa 2.000 Kongolesen sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks in Folge der Unruhen mittlerweile nach Ruanda geflohen. In der Hauptstadt Kinshasa war es in den vergangen Tagen zu den schlimmsten Unruhen seit der Machtergreifung durch Laurent Kabila 1997 gekommen. (APA)