Nairobi/Wien - In der sudanesischen Konfliktregion Darfur (Darfour) sind am Mittwoch die ersten internationalen Beobachter zur Überwachung der Waffenruhe eingetroffen. Sieben Gesandte der Afrikanischen Union (AU) seien in der Früh in der Hauptstadt Khartum (Khartoum) angekommen, sagte der AU-Vertreter El Ghassim Wane gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Ein Teil der Beobachter sollte noch am Mittwoch nach El Fasher - eine der größten Städte in Darfur - weiterreisen, wo das Hauptquartier der Beobachter eingerichtet werden soll.

Die Gesandten der Afrikanischen Union sollen den zwischen der Zentralregierung in Khartum und Rebellen vereinbarten Gewaltverzicht kontrollieren. Eine spätere Verstärkung der Beobachtergruppe um mehr als einhundert Vertreter der EU, der USA, der sudanesischen Regierung und der Rebellen sei geplant.

Hintergrund

In Darfur im Westen des Landes toben seit Monaten Kämpfe zwischen den Rebellengruppen Sudanesische Befreiungsbewegung (SLM) und Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung (JEM) und den arabischen Janjaweed-Milizen, die für schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich gemacht werden. Die Regierung in Khartum macht die Aufständischen, die sich mit der Forderung nach Autonomie gegen die Zentralgewalt erhoben haben, für die Gewalt in der Region verantwortlich. Menschenrechtsorganisationen berichteten hingegen von Angriffen auf die schwarzafrikanische Bevölkerung und deren Vertreibung durch arabische Milizen, die von der Regierung unterstützt würden. Beide Seiten werfen einander Verstöße gegen die im April beschlossene Waffenruhe vor.

Die Österreich-Sektion der Menschenrechtsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" (Medecins sans frontieres/MSF) hat unterdessen erneut auf eine drohenden Hungerkatastrophe in Darfur hingewiesen. "Seit Monaten ist der internationalen Gemeinschaft das Ausmaß der Krise bekannt", sagte der MSF-Logistiker Stefan Pleger, der die Lage im Sudan aus eigener Anschauung kennt, laut einer Aussendung. "Doch die Nahrungsmittelverteilung war bislang völlig unzureichend. Wenn in den kommenden Woche nicht schnell umfassend Nahrungsmittel verteilt werden, werden noch mehr Menschen sterben", warnte Pleger. (APA)