Berlin - Der Starfotograf Helmut Newton ist am Mittwoch in Berlin in einem Ehrengrab beigesetzt worden. Zu den Trauergästen auf dem Friedhof in der Friedenauer Stubenrauchstraße gehörten der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und die britischen Schauspieler Roger Moore und Rupert Everett, Freunde Newtons. Am Nachmittag wurde der Fotograf, der seine Sammlung im vergangenen Jahr nach Berlin gegeben hatte, mit einem Festakt im Rathaus geehrt.

Marlene Dietrich nahe

Unter den Trauernden auf dem Friedhof war auch der Kosmonaut Sigmund Jähn, der erste Deutsche im All und Ehrenbürger Berlins. Witwe June Newton kam an der Seite des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) zum Friedhof. Als sich der Trauerzug zum Grab bewegte, erklang der Mackie-Messer-Song aus der "Dreigroschenoper".

Newton war im Jänner bei einem Autounfall in Hollywood im Alter von 83 Jahren gestorben. Sein Grab liegt nur wenige Meter von der letzten Ruhestätte der Filmdiva Marlene Dietrich entfernt, die 1992 ebenfalls von der Stadt Berlin ein Ehrengrab erhielt.

Dauerleihgabe

An diesem Freitag eröffnet die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in der ehemaligen Kunstbibliothek am Bahnhof Zoo die Dauerausstellung mit der Fotosammlung Newtons. Der Künstler, der regelmäßig auch in Kalifornien gelebt hatte, hatte sie im Oktober des vergangenen Jahres seiner Vaterstadt Berlin als Dauerleihgabe vermacht.

Newton wurde am 31. Oktober 1920 in Berlin als Sohn eines jüdischen Knopffabrikanten geboren und flüchtete später vor den Nazis. Mit großformatigen Fotos von meist nackten oder nur spärlich bekleideten Frauen erlangte er Weltruhm. 1948 heiratete er die Schauspielerin June Brunell, die ab 1970 als "Alice Springs" ebenfalls Karriere als Fotografin machte. (APA/dpa/AP)