Linz - Ein Hilferuf kam von der Linzer Johannes Kepler Universität am Mittwoch: Das österreichweit allein in Linz angebotene und seit Jahren erfolgreiche Mechatronik-Studium sei gefährdet, wenn der geplante Science Park bei der Universität nicht bald verwirklicht werde. Es gebe aber eine Verzögerung durch die Diskussion um das damit verbundene Verkehrsaufkommen, bedauerten Vertreter der Universität, an ihrer Spitze Rektor Rudolf Ardelt.

Der Science Park sieht Platz für Universitätseinrichtungen, aber auch externe Forschungsinstitute und Unternehmen im Forschungsbereich vor. Insgesamt gehe es um 40.000 Quadratmeter Nutzfläche. Die Finanzierung sei so gut wie sicher, sagte Ardelt. Die erste Ausbauphase sollte bis 2008 abgeschlossen sein. Alles laufe nach Plan, doch nun werde diskutiert, ob zur Verwirklichung des Vorhabens ein eigener Anschluss an die in der Nähe vorbeiführende Mühlkreisautobahn errichtet werden müsse. Das habe bis jetzt eine Verzögerung um ein halbes Jahr bewirkt, rechnete Ardelt vor und appellierte an die Politiker von Stadt und Land, sich rasch mit der Asfinag zu einigen.

Das Mechatronik-Studium

Nicht nur, aber besonders betroffen von den Science Park-Plänen sei das Mechatronik-Studium, machten die Universitäts-Vertreter aufmerksam. Diese Verbindung von Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik ist vor 14 Jahren in Linz eingerichtet worden und zähle durchschnittlich 600 bis 700 Studierende, die nach Abschluss ihrer Ausbildung von der Wirtschaft sehr begehrt seien. Doch die seinerzeitige Unterbringung von neun Instituten in einem Betriebsgebäude im Gelände der voestalpine sei alles andere als ideal. Denn Lehrende und Studierende müssten mehrmals täglich zwischen diesem Gebäude und der rund zehn Kilometer entfernten Universität pendeln, wo die Vorlesungen stattfinden - meist im Auto.

Das Gebäude liege zudem im Sicherheitsbereich des Werkes und sei deswegen nur erschwert zugänglich, die vorhandene hohe Staub- und Abgaskonzentration ermögliche nicht die Schaffung von Reinraum-Bedingungen für bestimmte Forschungszwecke. Die ganze unbefriedigende Situation habe schon zu Problemen bei der Berufung von Lehrenden geführt.

Chance

Die Institute des Mechatronik-Studiums sollten im Science Park angesiedelt werden. Wenn er nicht verwirklicht werde, sei die Fortführung dieses Studienzweiges gefährdet. Der Park wäre darüber hinaus eine Chance für die gesamte Region, weil dort Kooperationen zwischen der Universität und Unternehmen zustande kämen und er auch eine Keimzelle für Firmenneugründungen darstellen würde, argumentierten die Vertreter der Universität.(APA)