Genf - Eine weltweite Strategie zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen muss nach Ansicht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) die Globalisierung abfedern. "Wir brauchen den Zusammenhalt auf internationaler Ebene, den wir intern häufig - etwa in der Europäischen Union - bereits haben", sagte ILO-Generaldirektor Juan Somavia am Dienstag zum Auftakt der ILO-Jahrestagung in Genf. Es mangele an einer internationalen Zusammenarbeit für Wachstum, Investitionen und Arbeitsplätze. Globalisierung sei nicht für alle Staaten gleich nützlich. Die internationalen Organisationen, wie etwa die ILO oder die Weltbank, müssten deshalb enger zusammenarbeiten. Weltweit sind derzeit etwa eine Milliarde Menschen ohne Arbeit. "Wenn wir eine anhaltende Entwicklung (der Globalisierung) zum Wohle der Menschen haben wollen, müssen sich die Politiken ändern", sagte Somavia. Nach Schätzungen der ILO sind derzeit 86 Millionen Menschen auf der Welt als Wanderarbeiter oder Flüchtlinge unterwegs, um für sich und ihre Familien Sicherheit und Nahrung zu finden. Auf ihrer Jahreskonferenz bis zum 17. Juni werden sich die Vertreter der UN-Organisation unter anderem auch mit der Lage der Beschäftigten in den palästinensischen Gebieten, der Fischereiindustrie sowie der Kinderarbeit beschäftigen. Die ILO ist die einzige Organisation noch aus der Zeit des Völkerbundes. Ihr gehören über 170 Länder an. (APA/dpa)